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Diese Reise führen wir mit zwei Terminen im September 2012 durch. Gerne notieren wir Ihr Interesse und melden uns, sobald die exakten Termine und Preise vorliegen.
Bei einer so spannenden Kulturgeschichte erstaunt und erfreut es aber auch, dass der Südosten der Türkei noch abseits der großen Touristenströme liegt. Hier im nördlichen Zweistromland, eingebettet zwischen den Lebensadern Euphrat und Tigris, liegt im nördlichen Mesopotamien der angenommene Geburtsort des Stammvaters Abraham: Sanliurfa.
Während Archäologen Göbekli Tepe als Jahrtausendfund und älteste Kultstätte der Welt ergraben, versinken unweit davon hellenistische Städte in den Fluten des gigantischen GAP-Südostanatolienprojekts, mit dem eine Fläche in der Größe eines deutschen Bundeslandes bewässert werden soll.
Andererseits: Wo könnten Natur und Kultur eindrucksvoller im Einklang stehen als beim Sonnenuntergang am Nemrut Dag, dem als UNESCO-Welterbe geschützten Berg der Götter? Lassen Sie sich überraschen von Südostanatolien. Es ist ein faszinierendes Erlebnis, uralte Geschichte im Heute zu entdecken.
Geographisch betrachtet bewegen wir uns mit dieser Studienreise im Zentrum des niederschlagsreichen Winterregengebietes des 'Fruchtbaren Halbmonds'. Mesopotamien, dessen Norden wir entdecken, gehört zu den wichtigsten kulturellen Entwicklungszentren des Alten Orients.
Auf weitestgehend kurzen Tagesetappen lässt Ihnen unser Programm Zeit, diese Region intensiv zu erleben. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen: Unterwegs, aber auch wenn Sie mit anderen Touren vergleichen. Wir führen diese Studienreise komplett ohne organisierte Einkaufsgelegenheiten von Teppich, Gold bzw. Leder durch. Damit entfallen 'technische-notwendige' Umwege und wir konzentrieren uns auf das Wesentliche: Ihre Reisezeit optimal zu nutzen und rundum spannend zu gestalten.
Mit einem Linienflug der Turkish Airlines erreichen Sie die sechstgrößte Stadt der Türkei, Gaziantep (Hin- und Rückflug via Istanbul). Hier werden Sie durch die Reiseleitung begrüßt und auf dem Transfer zum Hotel begleitet.
Gaziantep hat sich in den letzten Jahren zu einem modernen Wirtschaftszentrum entwickelt. Wir besichtigen die Zitadelle aus seldschukischer Zeit sowie das Museum mit Funden aus der im Oktober 2000 in den Fluten des gigantischen GAP-Staudammprojekts untergegangenen hellenistischen Stadt Zeugma, einst wichtiger Brückenort der Seidenstraße. Die noch kurzfristig und erst wenige Monate vor der Flutung in einer Notgrabung gesicherten Mosaike lassen ahnen, dass hier ein "zweites Pompeji" versunken ist. Dieses Staudammprojekt ist international sehr umstritten, da den ökonomischen Vorteilen für die Türkei neben dem Verlust antiker Stätten auch große Umweltschäden gegenüber stehen. Bei der Weiterfahrt passieren wir den Euphrat/Firat bei Belkis. Hier lag einst Zeugma. Gegen Abend erreichen wir eine der ältesten Städte der Welt, Sanliurfa, wo wir unser Hotel für die folgenden drei Nächte beziehen.
Wir lassen uns den ganzen Tag Zeit, um Sanliurfa/Edessa zu entdecken. Rund 3500 Jahre ist die Stadt alt und wird von vielen Forschern als die Wiege der Zivilisation bezeichnet. Ein Bummel durch die sehr orientalisch anmutende Altstadt ist ein unvergessliches Erlebnis. Abraham soll hier geboren sein und auf seinem Weg von Ur nach Kanaan längere Zeit hier gelebt haben. Er wird als Stammvater von Christen, Juden und Moslems gleichermaßen verehrt. Abrahams Teich mit den heiligen Karpfen sowie die Eremitage sind wichtige Stätten dieses Wallfahrtsortes, der die fünftheiligste Stätte des Islams ist. Wir besichtigen ferner die Zitadelle und den hiesigen überdachten Basar, der zu den authentischsten des Landes zählt.
Unweit von Sanliurfa fasziniert das antike Harran durch die syrischen Kultureinflüsse, die sich in Baustil und Kleidung markant ausdrücken. Die bienenkorbartigen Trulli-Häuser sind traditionell aus Stampflehm errichtet. Im Alten Testament wird Harran als mehrjähriger Aufenthaltsort von Abraham und seiner Sippe erwähnt, Funde belegen eine Besiedlung seit dem 3. Jtd. v. Chr.
Den Nachmittag widmen wir dem "Heiligtum auf dem Nabelberg", Göbekli Tepe, das als die älteste bisher bekannte Tempelanlage der Welt diskutiert wird. Der Ursprung wird auf das Ende der Altsteinzeit datiert. Auf ca. 9 ha finden sich Steinringe sowie Kalksteinpfeiler mit fein gearbeiteten Reliefs von Tieren und Piktogrammen.
Die Altstadt von Mardin schmiegt sich malerisch an den Hang eines steilen Felsplateaus und bietet einen herrlichen Blick auf die weiten Ackerflächen Nordsyriens. Der arabische Einfluss ist im Lebensstil und in der Architektur unverkennbar. Die aufwändig gestalteten, großen Steinhäuser der Altstadt sind mit einer beeindruckenden Ornamentik versehen und zeugen vom einstigen Reichtum der Stadt. Die Präsenz von Christen ist hier unverkennbar und drückt sich in zahlreichen Kirchen und Klöstern der Region aus. Im Bischofspalast residiert einer der Metropoliten der syrisch-orthodoxen Kirche, deren Mitglieder man Jakobiten nennt. Wir besichtigen die Koranschule Isa Bey Külliyesi und die einige Kilometer außerhalb von Mardin gelegene jakobitische Klosteranlage Deir az-Zafaran.
Die Provinzhauptstadt Diyabakir ist unser Ziel des Tages. Sie liegt in fruchtbarer Landschaft am oberen Tigris und zählt zu den malerischsten und faszinierendsten Städten der Türkei. Diyabakir ist die heimliche Hauptstadt der Kurden und stark von deren Traditionen geprägt. Das Stadtbild wird von der hervorragend erhaltenen Stadtmauer aus schwarzem Basalt dominiert, die im Ursprung auf das 4. Jh. zurück geht. In den verwinkelten Gassen der Altstadt wird lebhafter Handel getrieben.
Nahezu unvorstellbare Dimensionen nimmt das GAP-Südostanatolienprojekt ein, das mit 22 Staudämmen und 19 Wasserkraftwerken eine Region in der Größe Thüringens bewässern soll. Der Atatürk-Stausee, den wir überqueren werden, hat etwa die Fläche des Bodensees. Die Regierung verfolgt mit diesem international stark diskutierten Regionalentwicklungsprojekt neben landwirtschaftlichen auch große wirtschaftliche und soziale Ziele.
Am Nachmittag erreichen wir den Nemrut Dag, den 2150m hohen Berg der Götter in der historischen Landschaft Kommagene. Auch hier wurde der Natur bereits in vorchristlicher Zeit kräftig nachgeholfen. Die Spitze des Berges wurde um 50m aufgeschüttet und birgt die Grabstätte des kommagenischen Königs Antiochos I., der in dieser spektakulären Kultanlage 38 v. Chr. bestattet wurde. Auf den ebenfalls künstlich angelegten Terrassen sind kolossale Götterfiguren aufgestellt und es ist ein beeindruckendes Erlebnis einer intensiven Verbindung von Natur und Kultur, wenn diese im sanften Licht des Sonnenuntergangs strahlen. Wir übernachten am Fuße des Berges in Kâtha.
Arsameia am Nymphaios, das türkische Eski Kale, war einst die Sommerresidenz der kommagenischen Herrscher. Die einstige Residenzstadt liegt auf einem Gipfelplateau und wurde durch Antiochos I. in eine Kult- und Grabstätte (Hierothesion) für seinen Vater umgewandelt. Noch ist ungeklärt, wie genau der Zusammenhang mit einer Kultstätte für den Gott Mithras zu sehen ist. Karakus ist die Kultstätte für die weiblichen Angehörigen des Königshauses. Hier wurde ein 35m hoher Tumulus aus Schotter angefüllt. Vom deutschen Archäologen Karl Friedrich Dörner wurde hier die bisher einzige Grabkammer der Kommagene-Heiligtümer nachgewiesen.
Am Nachmittag fahren wir am beeindruckenden Atatürk-Staudamm vorbei zurück zum Ausgangspunkt unserer Reise, Gaziantep.
Ihre Reise in dieser geschichtsträchtige Region zwischen Euphrat und Tigris endet heute. Im Anschluss an den Transfer fliegen Sie von Gaziantep über Istanbul heim.
Sie wohnen in Hotels der guten Mittelklasse, die der Landeskategorie 4-Sterne entsprechen. Der Reiseverlauf ist für diese Region sehr entspannt, denn in Sanliurfa haben wir drei Übernachtungen vorgesehen und unternehmen von diesem Standorthotel aus unsere Besichtigungen.
Diese Reise führen wir mit zwei Terminen im September 2012 durch. Gerne notieren wir Ihr Interesse und melden uns, sobald die exakten Termine und Preise vorliegen.