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Freitag, 18. Mai 2012
Reiseberichte, Lob, Kritik und viele Anregungen, die unsere Gäste von ihren Touren mitgebracht haben.
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(Matthias Claudius)

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Whiskyreise - Erlebnisse in Schottland: Spirits of Scotland (mit Islay)

16.November 2008

von Frank Gauert

Lagavulin auf Islay, einer der Höhepunkte unserer Whiskyreisen

Reisebericht zur Whiskyreise "Spirits of Scotland" vom 18.-24. Mai 2008

1.Tag/18.5.2008 - Anreise

Der Nahverkehrszug hat in Lemförde 35 Min. Verspätung. Verpasse IC nach Dortmund in Osnabrück. Nehme in Dortmund ein Taxi statt des Zubringerbusses und komme noch rechzeitig zum Einchecken. Schöner, kurzer Flug nach Edinburgh mit EasyJet. Übernachtung im zentral gelegenen Carlton Hotel.

 

2. Tag/19.5.2008 - Lowlands

Sonnenschein!! Nach 30 Min. im antiken Schwimmbad (viel Chlor) und Breakfast (ok) unternehme ich eine Sightseeing Tour in Edinburgh. Tolle Innenstadt mit individuellen kleinen Shops und vielen Cafes. Erlebe um 11.00 Uhr Tattoo Parade direkt vor dem Schloss in der 1. Reihe! Anschließend kurzes Shopping, dann Treffen mit dem ersten Teil der Gruppe und Abfahrt mit dem Bus nach Glasgow. Dort steigen weitere Reisende ein.

 

Nach kurzer Fahrt Besuch der 1. Destillerie "Auchentoshan". Besonderheit ist die Destillation in 3 Brennblasen. Sehr gepflegte alte Anlage mit netter Führung. Blending Room. Wunderschöne Fahrt durch die Highlands zum Loch Fyne Hotel im winzigen malerischen Örtchen Inverary. Besondere Sehenswürdigkeit: das alte, ehemals modernste schottische Gefängnis!

 

Dort Besuch des örtlichen Whiskyshops mit einem Living Cask, aus dem man Abfüllungen kaufen konnte. Anschließend ein ordentliches Abendessen (leckere gedünstete Forelle), danach Abendspaziergang im Dämmerlicht. Vor dem Zubettgehen ein Dram an der Bar.

 

Barsprüche:

Ein Glas ist ok. Zwei sind zuviel, drei zu wenig!!

Zwei Dinge liebt der Schotte, eins davon ist Whisky!

 

3. Tag/20.5.2008 - Highlands

Schwimmbad (sehr gut). Abfahrt nach mässigem Frühstück. Durch das tolle Glencoe Tal, über die Highlands reisen wir zum höchsten Berg Schottlands, dem Ben Nevis (1334m).

 

Besuch der Ben Nevis Destillerie in Fort William. Diese war Drehort u.a. für Braveheart, Local Hero und RobRoy. Ben Nevis ist in japanischer Hand, hat eine etwas vergammelte Produktionsstätte aber produziert einen guten 10jährigen Blend.

 

Weiterfahrt nach Oban, einem idyllischen Ort an der Westküste. Vorbei an blauen Hyazinthen, gelben Ginsterbüschen, wildem Rhododendron, Schafen, Hochlandrindern und Wild. Ein weites Land mit vielen langen Wanderwegen, aber ohne Hütten (der Schotte ist sparsam).

 

In Oban machen wir eine typische Mittagspause... an einer Fischbude (der Schotte isst auch sparsam). Doch die Bude ist der Hammer. Es gibt u.a. Austern für nur 65 Pence... lecker!!!

 

Nach kurzem Ortsbummel besuchen wir die einzige innerstädtische Destillerie Schottlands. Oban ist eine äußerst gepflegte Whiskylocation mit modernem Shop. Wir erfahren, dass es weltweit 53.000 Sorten Whisky gibt. Die meisten aus den 90 schottischen Destillerien. Nach einer fachkundigen Führung von Big John verkosten wir von Fass und Bottle. Ein runder, harmonischer 14jähriger Tropfen.

 

Das Tastig setzen wir abends zu viert mit Glen Rothes und Isle of Jura an der Hotelbar fort.

 

4. Tag/21.5.2008 - Islay

Frühes Frühstück und Fährüberfahrt bei leichter See. Plausch mit Monika, Horst und Wilfried beim 2. Frühstück im Bordrestaurant. Nach kurzer Fahrt von Port Askaig beginnt die Tour bei Caol Ila. Eine sehr große, gepflegt, direkt am Meer mit Blick auf Jura gelegene Anlage mit eigenem Wasserfall. Wir erhalten unschottisch viele und große Drams und gehen den Tag erwartungsfroh an.

 

Anschließend machen wir einen kurzen Abstecher zu Kilchoman. Dort wird gerade eine neue Farmbrennerei mit modernem Merchandising und Restaurant aufgebaut. Klein, fein und exclusiv gibt man sich. Das erst 3-jährige Destillat kann man schon in handsignierten Miniaturen erwerben. Ebenso wird eine Beteiligung an den ersten Fässern offeriert. Diese Bourbonfässer werden von Buffalo Trace aus den USA bezogen. Stecken diese auch hinter diesem Projekt?

 

Zum Mittagessen geht's nun nach Bowmore. Dort steht nach kurzem Besuch des Besucherzentrums der ortsansässigen Brennerei ein traditionelles Insellunch auf dem Programm. In dem gemütlichen Restaurant probiere ich meinen 1. Mini-Haggis.

 

Weiterfahrt in den Süden der Insel zu den Torfgiganten. Als erstes sind wir bei Laphroaig zu Gast. Hier sehen wir einen kompletten Malzboden in Betrieb und können das Befeuern des Ofens mit Islaytorf bestaunen. In der klassisch englischen Besucherlongue erfahren wir, dass Prince Charles hier gerne seinen Lieblingswhisky aus einem eigenen Fass genießt. Als Käufer einer Flasche kann man ein Einfuß großes Stück Land gegenüber dem weiß gekälkten altehrwürdigen Gebäude mit seinem Nationalfähnchen für sich abstecken.

 

Abschließend der Torfhammer Lagavulin. Die im Jugendstil erhaltenen Gebäude erkunden wir mit kurzem Rundgang, der in den Lagerräumen endet. Mit zwei Fassproben, die man selber ziehen durfte, endet das Besuchsprogramm mit einem echten Highlight.

 

Tip: Whisky mit schwarzer Schokolade!!

 

Abendessen gibt es auf der Überfahrt mit der Caledonian von MacBrayne, einem Schiff des größten Fährunternehmen Schottlands. Ich wage mich an einen großen Haggis, mit Steckrüben- und Kartoffelpüree. Keine Offenbarung!! Hätte besser beim exzellenten schottischen Lachs bleiben sollen.

 

Um 23.00 Uhr erreichen wir geschafft, aber zufrieden nach 18 Stunden in 5 Destillerien und 9 Drams wieder unser Hotel in Loch Fyne.

 

5.Tag/22.5.2008 - Trossach /Loch Katrine/Loch Lomond

Wir starten wir zu einer Fahrt durch die Trossachs, einer wunderbaren, mit Seen und Flüssen gespickten, hügeligen Landschaft 50 km vor Glasgow. Am Loch Katrine unternehmen wir eine zweistündige Bootsfahrt. Der Altersschnitt der Mitreisenden von ca. 80 Jahren wird durch unsere Gruppe immens gesenkt.

 

Nachmittags erreichen wir Crieff in Perthshire, den Sitz von Glenturret. Eine kleine Show-Distellerie, die den Basiswhisky für den beliebtesten Blended Whisky in Schottland "Famous Grouse" liefert. Im Inneren entdecken wir, schlafend neben dem Gärbottich, eine Katze. Sie ist die faule Nachfolgerin der legendären Mäusefängerin Towser.

 

Der Rundgang endet in dem aufwendig und etwas übertrieben auf das Moorhuhn abgestellten Showroom/Restaurant. Aber entsprechend das Tasting... 4 Drams!!

 

Der Abend klingt in der Bar des Scotland's Hotel in Pitlochy in großer Runde aus. Da dort das Lagerbier zur Neige geht, wird die hübsche polnische Bedienung Beata von uns laufend zum Nachschub besorgen ins Bistro geschickt. Dafür bittet sie pünktlich um 23.00 Uhr um die "last order".

 

6. Tag/23.5.2008 - Speyside/Central Highlands

Eine tolle Baumbepflanzung, veranlasst vom Herzog von Atholl prägt den Norden von Perthshire, hinauf in die Berge. Dort befindet sich der höchstgelegene Arbeitgeber Schottlands, die Brennerei Dalwhinnie. Durchschnittstemperatur/Jahr ind 6 Grad. Der Whisky verdunstet hier deshalb nicht so schnell. Nur 1%, statt der üblichen 10. Die Zahl der beschäftigten Frauen ist hingegen überproportional hoch mit 20%. Der weiche Whisky wird bei der Produktion von frei in der Luft befindlichen riesigen Spiralen nach der Destillation heruntergekühlt.

 

Mittags erreichen wir nach einer Fahrt durch Spreyside Dufftown, die Heimat des Glenfiddich. Nach kurzem Snack (leckere belegte weiche braune Brötchen direkt aus der Bäckerei) betreten wir den riesigen Showroom von Glenfiddich. Unser engagierter holländischer Führer Rob zeigt uns erst im eigenen Kino einen Demofilm und dann die weiteren, sauber und im typischen Granitbaustil gehaltenen Gebäude. Insgesamt wird mit 12 verschiedenartigen Blasen Whisky rund um die Uhr produziert. Die größte Anlage der Welt befindet sich immer noch (seit 5 Generationen) im Besitz der Familie Grant.

 

Neuester Clou bei der in der Vermarktung führenden Limited ist der Reifeprozess in einem riesigen Solerafass. Dort werden die bis zu 700l großen Bourbonfässern erstgelagerten Brände nicht einzeln, sondern in einem Riesenfass mit sherrygereiften Destillaten gemischt. Mindestalter der Fässer ist 15 Jahre. Ein toller runder Tropfen mit feurigem Abgang, so das Urteil beim Tasting im opulenten Clubraum.

 

Edradour ist hingegen die kleinste aller schottischen Destillerien, die wir zum Ende unserer Tour besuchen. Ein kleiner Bauernhof im Stil des 18. Jahrhunderts. Hier wird noch alles von Hand gemacht. Nach kurzer Besichtigung der sich in einem einzigen Gebäude befindlichen Produktionsstätte probieren wir das Erzeugnis im modern eingerichteten Restaurant/Showroom. Dort stehen die Signatories, getunte Edelwiskies verschiedenster Hersteller. Burgunder, Tokaier, ja sogar in Rumfässern gefinishter Edradour ist die weitere Spezialität des Hauses.

 

Zurück im Hotel erfahren wir nach dem Abendessen in einem Vortrag von Brian Townsend eine Menge über alte, nicht mehr existente Brennereien. Wir verkosten drei Raritäten seiner Sammlung. Diese Raritäten kann man immer noch aufspüren. So wird man zum Sammler von Port Ellen, Imperial, Inverness... etc.

 

7. Tag/24.5.2008 - Abreise

Leider ist die Reise schon zu Ende. Nach Besuch des schönen Schwimmbades und nicht so pricklendem Frühstück (u.a. Haggis) fahren wir an Blair Atholl vorbei nach Edinburgh. Über London fliege ich mit British Airways nach Düsseldorf, wo ich um 19 Uhr pünktlich lande.

 

Slanchywar!!

 

 

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Herr Gauert schildert seine Reiseerlebnisse auf unserer Whiskytour Spirits of Scotland. Frank Gauert ist Veranstalter der neuen Messe Whisky'n more, die im März in Bochum stattfindet und zu der wir ein Whisky-Kultur-Wochenendarrangement anbieten.


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