
Post von den MüHis zu den bereits geschickten Bildern. Nochmals vielen Dank - wir konnte nur leider nicht alle Tipps testen, weil wir einfach doch ziemlich k.o. waren und es außerdem ein neues Gesetz in GB gibt, nach dem Kinder bis 18 Jahren ab 20 Uhr nicht mehr in Pubs mit genommen werden dürfen. D.h. für uns leider keine Musik am Abend!!! Außerdem dürfen Kinder nicht allein zuhause oder in Hotels gelassen werden. Da haben wir uns dann doch das eine Mal herum gemogelt. Aber es war auch so völlig ausreichend. Mehr Programm wäre Stress geworden. Danke auch für das tolle Wetter! Wie Du das wieder hin gekriegt hast??
Liebe Grüße
Cornelia
Highlands und Islands 12. bis 22. Oktober 2009 auf Empfehlung von Reisekultouren
Am 1.Tag: Flug ab Weeze
Am 2. Tag: Wohlgerüstet mit speziellen Reisetipps machten wir uns von Edinburgh aus auf den Weg. Die Landschaft allein war schon so beeindruckend, dass wir die Tipps für den ersten Reisetag einfach bei Seite ließen und nur die Freiheit des Urlaubs genossen. Lediglich das "House of Bruar" mochten wir nicht ignorieren. Entschieden ein Fehler! Mein Mann stand tatsächlich mit sehnsuchtsvollen Augen vor den ultimativen Jagdstiefeln, nur leider gehen wir weder auf die Jagd, noch haben wir Hund oder Pferde, geschweige denn ein Anwesen, das man mit diesen Stiefeln abschreiten könnte! Ich zerrte ihn bei Seite, trotzdem wankten wir vollgepackt wieder zu unserem kleinen Auto. In Anbetracht der 15 kg Gepäck und 10 kg Handgepäck bei Ryanair, überlegten wir bereits, was wir wohl zurücklassen würden von unseren alten Sachen.
Unsere Übernachtung im Craiglynne Hotel in Grantown-on-Spey war so britisch wie nur irgend denkbar. Im Oktober nur Rentner in den Herbstferien. Muss man unbedingt mal erlebt haben! Was man aber wirklich erlebt haben muss - und das wiegt die Rentner auf - ist das spontan empfohlene Restaurant. Wir waren begeistert von der Küche - Ente und Fischteller gleichermaßen gut! Leckeres Gemüse, ausgezeichnet abgeschmeckte Soßen - eine wahre Freude! Die Flaschenweine auf der Weinkarte überraschten und waren sehr gut. Wir haben es also gut verkraftet, dass der Whisky-Restaurant-Geheimtipp nicht offen hatte.
Tag 3: fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein und blitzblauem Himmel von der Speyside durch die Highlands nach Skye. Landschaft und nochmals Landschaft. Hohe Berge, Wasserfälle, romantische Flussläufe, Schafe, Nebelbänke, sonnenbeschienene Hochflächen - und dann die Fahrt entlang des Loch Ness! Zauberhaft! Im Informationszentrum lernten wir viel über die Entstehungsgeschichte sowohl Schottlands, als auch des Sees und des Monsters. Dabei musste ich an den Witz einer Freundin denken, die mit einem Schotten verheiratet ist. Sie meinte, der Kilt sein tief in den Genen der Schotten verankert, denn er würde sie an die Zeit erinnern, als sie noch auf der südlichen Erdhalbkugel lebten und Baströckchen trugen. Urquhart Castle schenkten wir uns und gesuchten statt dessen Eilean Donan Castle. Eine goldrichtige Entscheidung! Diese Ruine wurde zum Sommersitz des Mac Rae-Clans wieder aufgebaut. Es ist unbedingt einen Besuch wert und soooo fotogen. Weiterfahrt über die Skye Bridge.
Auf Skye empfing uns das 4-Sterne-Guesthouse. 200 Jahre alt und so, als würden die Eigentümer immer noch in den Räumen wohnen, was sogar fast stimmt. Mr. Macdonald macht seine Runden, begrüßt die Gäste, unterhält sich - alles sehr familiär und doch distinguished.
Skye ist in erster Linie Landschaft und noch mehr Landschaft. Wer allerdings meint, hier Fahrrad fahren zu wollen - dem ist auch nicht mehr zu helfen. Besser man nimmt ein Boot und geht auf Seeadler- und Delfin-Jagd. Der kleine Ort Portree hat sehr hübsche Geschäfte, die einen Bummel wert sind. Sehr urig, aber auch sehr gut gegessen haben wir im Hafen "The Lower Deck". Schnörkellos und schlicht, aber mit freundlichem und flotten Service. Erstaunen über den ausgesprochen guten offenen Wein. Hier würde ich sogar die Fischempfehlung des Tages bestellen!
Tag 4: "Talisker" kann man natürlich nicht auslassen, wenn man schon auf Skye ist. Schade, dass man drinnen nicht fotografieren darf. Ansonsten haben wir hier die erste Lektion über Whiskyherstellung bekommen. Abends waren wir in dem mehrfach bereits ausgezeichneten Restaurant des "Cuillin Hills Hotel". Es war sehr gut, aber am Abend vorher hat uns diese unprätentiöse Küche im "Lower Deck" besser gefallen.
Tag 5: Nach einer Fahrt quer über die Insel schifften wir uns ein zurück zum Festland nach Mallaig. Die Autofahrt war atemberaubend, besonders für den Fahrer! Die Landschaft phänomenal - natürlich bei Sonnenschein. Irgendwo an einem Loch haben wir mittags gegessen und konnten uns an der Aussicht nicht sattsehen. Auf dem Weg lag die Ruine von "Dunstaffnage Castle". Da muss man einfach Halt machen und sich das kleine Museum ansehen und die Aussichten von der Ruine. Dank des in den Reiseunterlagen enthaltene Historic Scotland Explorer Passes hatten wir freien Eintritt. Ebenso begeisternd wie die weitere Fahrt war dann unsere Unterkunft für diese Nacht. War das schön! Diese Landschaft verschlägt dem Betrachter den Atem. Das Haus wird sehr persönlich geführt. Eine handverlesen Wahl, wie alle von REISEKULTOUREN ausgesuchten Unterkünfte. Das kleine Töchterchen vom Wirt setzte sich zu uns an den Tisch, um sich zu unterhalten, bis Dad sie von uns weglockte. Essen und Wein waren gut und sehr reichlich. Nach nur einer Nacht haben wir dieses Haus schweren Herzens verlassen.
Tag 6: Die Fahrt entlang der Küste zur Fähre in Kennacraig war erneut ein Abenteuer für den Fahrer und ein Genuss für die Mitfahrer und weil es in der Nacht gereift hatte, leuchteten die Farben noch klarer und beeindruckender als an den Tagen zuvor. Port Askaig lag im Sonnenlicht, als wir nachmittags um 15 Uhr dort eintrafen. Nur noch eine kurze Fahrt, dann waren wir am Ziel. Unsere Bed & Breakfast Unterkunft auf Islay ist der absolute Traum. So etwas kann nur ein Reiseveranstalter auftun, der ständig selbst vor Ort unterwegs ist und sich top auskennt, klasse! Margaret hat in ihrem Haus ein kleines Paradies geschaffen. Begrüßung im Wohnzimmer mit Tee und Kuchen. Auf dem Zimmer wartet ein Fläschchen Whisky. Die Einrichtung der Räume ist mit so viel Liebe fürs Detail und so viel Geschmack zusammengestellt, dass man einfach sprachlos ist. Der Service, den Margaret und ihr Mann dem Gast zukommen lassen, ist so aufmerksam und freundlich, als würde man zur Familie gehören. Sie stehen mit Hilfe und Rat zur Seite, wenn man ein Restaurant für den Abend sucht oder Fußballsammelkarten für den Sohn. Gastfreundschaft alter Tradition und unübertroffener Art.
Abends folgten wir unserer Reisemappe zum nahe gelegenen Inn. Wir waren zu früh und das Restaurant noch nicht geöffnet, so dass wir in die Bar gingen. Auf dem Weg dahin ums Haus herum, kamen uns kurzfristig Zweifel, ob wir auf dem richtigen Weg waren, aber die legten sich sofort, als wir die Tür öffneten und der Torffeuer flackerte und die Reihe der Whisky uns in langen Reihen entgegen leuchtete. Das Essen war ausgezeichnet. Der Küchenchef, mit dem wir uns noch unterhielten, hat ein Fable für Gemüse und das merkte man. Als wir wieder beim B&B anlangten, funkelte über uns ein tiefblauer Himmel mit unglaublich vielen Sternen vor einer strahlenden Milchstraße. Die Luft war so klar, dass man sie wie frisches Quellwasser schmecken konnte.
Tag 7: Vormittags regnete es etwas, doch wir machten uns auf den Weg, die Insel zu erkunden. Islay sieht in etwa aus wie ein hockender Quetzalcoatlus (würde unser Sohn sagen). Wir nahmen uns den linken Teil, also den Kopf, vor. In der Spitze des Mauls, in Portnahaven, sahen wir die ersten Seehunde, die sich im Hafenbecken tummelten. Dann folgten wir einfach den Straßen, die uns irgendwie an der Küste entlang nach Norden führen sollten. Das Wetter klarte auf und auch auf Islay präsentiert sich die Landschaft atemberaubend. Die Straßen sind abenteuerlich und Kuhherden mitten auf der Straße sind nicht ungewöhnlich. Da muss man dann durch! Am Nachmittag waren wir an den Dünen von Tràigh Mhachir und haben einen geruhsamen Spaziergang am Atlantik gemacht. Erholung pur!
Zeitgleich mit uns sind auf Islay tausende Weißwangengänse eingetroffen. Sie leben auf Grönland oder in Russland und sind nun also im Winterurlaub. Es war schon sehr eindrucksvoll, diese Unmenge Gänse überall auf der Insel zu sehen. Abends waren wir im "Port Charlotte Hotel", bei dessen Nennung die Einheimischen in Ahhs und Ohhs ausbrechen, weil es dort einen so hervorragenden Oberkellner geben soll. Den haben wir nicht erlebt und das Essen war auch eher mäßig. Der echte Sternenhimmel hat uns dafür entschädigt!
Tag 8: An diesem Tag hatten wir einen tourguide: Christine, deshalb interessierte uns das anfangs nieselige Wetter nicht. Christine weiß alles über die Insel, egal ob von gestern oder heute oder morgen. Sie kennt Gott und die Welt und diese kennen sie. Wir starteten mit der Destillerie von "Laphroig". Exklusivführung mit Fotos überall. Verkostung und Registrierung als "friend of Laphroig", also abstecken des einen Fuß Landes, dass uns nun auf der Insel gehört. Die Pacht haben wir in Form eines kleinen Fläschchens gleich mitgenommen. Nächstes tasting: "Lagavullin". Ein ganz hübscher tasting-room, in dem man so hätte sitzen bleiben können. Rundtour zum "Kildalton Cross", zum "standing stone" und dann ins Restaurant von "Ardbeg", natürlich mit tasting. Das Restaurant ist absolut empfehlenswert. Zur Abrundung dann noch eine Destillerie "Bruichladdich", hier nochmals mit Führung und natürlich tasting. Weil es gerade auf dem Weg lag, haben wir natürlich die Brauerei "Islay Ales" getestet, den daneben liegenden Pralinenladen ebenso und haben auch nicht versäumt, einen Blick auf "Islay House Community Garden" zu werfen. Danach hatten wir dann nur noch den Wunsch zu unserem B&B zurück zu kommen und uns auszuruhen. Auf Empfehlung von Christine haben wir abends im "Bowmore Hotel" gegessen. Es war sehr unterhaltsam und wohl sehr typisch für die Insel. Viele Einheimische kamen, während wir dort saßen. Alle waren sehr freundlich und hilfsbereit, besonders wenn sie versuchten Englisch zu sprechen. Das Essen war in der Qualität besser als am Vorabend und wie gesagt, die Freundlichkeit ist wichtiger als das Drumherum.
Tag 9: In der Nacht hatte es ordentlich geweht und so sahen wir etwas zweifelnd in den nächsten Morgen. Wir folgten unserer Reisetipp-Mappe und fuhren zunächst zur "Islay Woolen Mill". Der Chef war schwer im Stress, weil ein Fotograf und ein Reporter aus Schweden ihn schon seit dem frühen Morgen belagerten. Trotzdem fand er Zeit für amüsante Geschichten. Nur gut, dass wir eine Gewichtsbeschränkung für unser Gepäck hatten. Das Wetter klarte auf und wir entschieden uns für eine Wanderung in der Spitze der oberen Insel um den "Ardnave Point". Die Dünenlandschaft ist unbeschreiblich. Der Wind malte unglaubliche Wolkenbilder an den Himmel. Die Sonne glitzerte auf dem Wasser und wir waren einfach nur zufrieden. Weil wir den Weg verloren hatten, marschierten wir dann aber am Ende durch morastige Wiesen und über Steinmauern. Es wurde windiger und so waren wir froh, nach fast drei Stunden Wanderung wieder im Auto zu sitzen. Weil wir ohnehin unterwegs waren, sind wir nochmals ganz nach Portnahaven gefahren, um dort im urigen Pub am warmen Kamin zu sitzen und ein verspätetes Mittagessen einzunehmen.
Abends hatten wir die Möglichkeit im Haus bei Margaret zu speisen. Dieses ist nur zweimal die Woche möglich. Vorab gab es einen kleinen Aperitif im Wohnzimmer (aus der "Black Bottle", wenn wir schon auf einer Whiskyinsel sind) und danach ein Dreigangmenü, das alles in den Schatten stellte, was wir bisher in diesem Urlaub gegessen hatten. Es war ein vollendeter Abschluss für einen fantastischen Urlaub.
Tag 10: Mit Sonnenschein wurden wir von der Insel verabschiedet und zum Festland zurück geschickt. Dort steuerten wir zunächst Inveraray an. Eine bezaubernde Stadt! Den dortigen Pub sollte man besucht haben, guter Tipp! Weiter ging es durch sich immer mehr verändernde Landschaft - wir erreichten die lowlands - nach Stirling. Weißdornhecken und Alleen begleiteten uns auf unserem Weg. "Stirling Castle" ist ein "must" für jeden, den schottische Geschichte interessiert. Allein schon die Aussicht von den Burgmauern ist überwältigend. Die Fahrt nach Edinburgh war dann Abschied pur. Das Hotel war ein kleiner Kulturschock, der aber gut tat, denn wer hätte gegen Margarets Haus bestehen sollen? So waren wir schick aber modern untergebracht. Hier haben wir zunächst gut zu Abend gegessen, bevor wir uns auf die Suche nach der "Scotch Malt Whisky Society" gemacht haben, die wir glücklich fanden. Ein echter "club", so wie man ihn eigentlich nur aus Büchern kennt. Ein Ort, an den sich Männer zurückziehen können und die Welt vor der Tür zurück lassen. Flackernde Kaminfeuer mit Sitzgruppen, Abendessen an Edelholztischen, Whisky, der nur nach Nummern, nicht nach Namen ausgegeben wird, doch der insider kennt den Namen hinter der Nummer. Ein echtes Erlebnis zum Abschluss der Highlands and Islands.
Tag 11: unser Sohn 12 ½ Jahre alt, stellte zwischendurch fest, dass ihm dieser Urlaub noch besser gefallen würde als die Tour durch die lowlands und England im Jahr vorher. Wir sind uns sicher, dass wir die high- und lowlands nochmals der besonderen Betrachtung unterziehen werden und ganz sicher auch mal wieder eine Woche auf Islay verbringen werden und sei es nur, um die Pacht abzuholen?
Und wir würden jederzeit wieder die Tipps und Buchungen der "Reisekultouren" buchen! Vielen Dank für diesen tollen Urlaub!!!
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Cornelia Müller-Hisje hat an verschiedenen Whisky-Tastings von REISEKULTOUREN teilgenommen und sich daraufhin eine individuelle PKW-Rundreise mit Themen-Tipps zusammenstellen lassen, die quer durch Schottland führte.