
Hallo Dr. Birgit,
habe mal einen "kurzen" Reisebericht angehängt - hoffe, ist nicht zu umfangreich für die Homepage geraten! Fotos könnte ich auch noch beisteuern - wenn gewünscht! Ich möchte mich an dieser Stelle, auch im Namen meiner Frau und unseren Freunden Anja und Sandra, nochmal für die tolle Organisation und die hervorragende Umsetzung bedanken! Die Reise war jeden Euro wert und wir möchten ganz besonders noch mal Werners Leistung als Reiseleiter hervorheben!
Super, klasse, Bravo - man kann seinen Job so oder so machen und er war einfach Spitze! Wir würden sofort wieder mitfahren, wenn er eine Reise leitet! In echt - wie man so sagt!
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Reisebericht Spirit Of Scotland
05.10.2009 - 10.10.2009
"Vorspiel"
Unsere Reise begann zwar erst am Montag, den 5.10.2009, da wir allerdings schon das Wochenende vorher in Edinburgh verbrachten, haben wir sehr gerne die Möglichkeit genutzt ein "Mini-Tasting" in den illustren Räumen der Scotch Malt Whisky Society zu erleben. Wir können nur jedem. der diese Chance bekommt, empfehlen dabei zu sein! Es war ein toller Abend mit exklusiven Whiskies, die sonst nur Mitgliedern vorbehalten sind und wir fanden es richtig gut unseren Reiseleiter Werner und einen Teil der Reisegruppe quasi "vorab" kennen zu lernen. Nach einem kleinen Abendessen im Cafe Royal waren wir also voller Vorfreude auf den nächsten Tag...
1.Tag Spirit Of The Lowlands (Edinburgh/Glasgow und Auchentoshan)
Nach dem wir am Mittag am Treffpunkt in der Waverly Station eintrafen, lernten wir neben unserem Busfahrer Charlie (kurzfristig für die angekündigte Denise eingesprungen, die aber später in der Woche zu uns stieß) auch fast den "Rest" der Reisegruppe kennen.
Ab in den Bus und Richtung Glasgow wo wir die drei letzten Mitstreiter am Flughafen einsammelten und unsere 12-köpfige Gruppe + Reiseleiter Werner und Busfahrer Charlie komplett hatten! Es passte Alles gut zusammen und die Größe der Gruppe war optimal!
Die erste Whisky-Distillerie in "freier Wildbahn" in die unsere Truppe einfallen durfte war die kleine aber feine Produktionsstätte von AUCHENTOSHAN ganz in der Nähe von Glasgow. Der einzige Single Malt Schottlands der dreimal gebrannt wird überzeugt durch seinen milden Charakter und nach einer toll gemachten Führung durch die schmucke Destillere (die Einigen fast wie ein Museum vor kam) durften wir im ebenso schicken wie neuen Besucher-Zentrum sowohl den CLASSIC als auch den THREE WOOD probieren!
Alles in Allem hatten wir hier einen sehr guten Eindruck - bis auf die Tatsache, dass man für 12 Besucher je 6 Gläser CLASSIC und THREE WOOD gereicht hat und man "tauschen" sollte! Für mich und meine Frau war das kein Problem, aber viele der anderen Teilnehmer hatten sich gerade mal kennen gelernt und da hat man verständlicherweise noch ein paar "Berührungsängste". Ich werde allerdings die InterWhisky in Frankfurt dazu nutzen den Manager Iain McCallum auf diese Sache aufmerksam zu machen!
Von AUCHENTOSHAN aus ging es dann Richtung Hotel direkt am Loch Fyne, wo wir gleich nach Bezug unseres schönen Zimmers das Hotel-eigene Schwimmbad samt Whirlpool nutzen konnten um danach zum Dinner zu schreiten!
Hier nur ein kurzes Wort zur "Verpflegung". Wie wir es bisher in Schottland gewohnt sind, konnte man wirklich nicht meckern! Sowohl das Frühstück als auch das Abendessen waren qualitativ immer gut und hatte mit dem "Essen", dass man weiter südlich (England) serviert nun gar nichts zu tun! Die Schotten können nämlich kochen! Und wenn man sich mal mit Haggis und Co angefreundet hat gibt es nichts Schöneres als den Tag mit einem "Full Scotish Breakfast" zu starten!
Den Abend ließen wir dann schön in der Hotelbar standesgemäß mit einem leckeren Single Malt und ersten netten Gesprächen ausklingen.
2. Tag Highlands meets Islands (Glencoe, Ben Nevis, Oban und die Westküste)
Nach einem reichhaltigen und guten Full Scotish Breakfast (inklusive Black Pudding und Haggis!) ging es mit unserem super netten Charlie quer durch die atemberaubenden Highlands und vor allen Dingen die spektakulären Berge im GlenCoe, dem "Tal der Tränen" haben es uns so angetan, dass sie nun schön auf Leinwand gezogen unser Wohnzimmer schmücken! Dank unserem sehr engagierten Reiseleiter gab es genug Fotostopps um diese tollen Landschaften entsprechend auf die Speicherkarten der Digicams zu bannen!
Das Thema Whisky wurde heute mit den Besuchen der Destillerien von BEN NEVIS und OBAN besetzt. Nach dem "Museums-Flair" von AUCHENTOSHAN am Vortag wurden wir bei BEN NEVIS auf den Boden der "Industrie-Tatsachen" zurückgeholt! Hier blätterte schon mal die Farbe ab und es war nicht Alles auf Hochglanz poliert. Eben eine arbeitende Destillerie die vor allen Dingen VIEL für diverse Blends produziert! Aber auch hier -Führung und unser Tasting im "grünen Bereich" und schottisch nett.
Mittags dann der Besuch bei OBAN, der einzigen Destillerie die sich inmitten einer Stadt befindet. Nach einem recht "frostigen" Empfang (einige Teilnehmer konnten ihre "Friends Of Classic Malts"-Mitgliedschaft nicht nachweisen und nur die einfühlsame Ansprache von Werner machte den freien Eintritt möglich) wurde die Führung besser und besser! Hier wurde uns dann auch richtig deutlich mit wie viel "Herzblut" die Menschen, die den Whisky "machen" bei der Sache sind! Einfach mitreißend und toll! Nach Genuß eines Newmake mit fast 70% Alkohol (nur schnuppern!), eines Cask Strength und dem 14yo Oban durften wir unser Tastingglas als Präsent behalten - sehr großzügig, wurde im Shop immerhin für 6 Pfund verkauft. Dort wurde dann noch das Ein oder andere Schnäppchen eingepackt und dann ging es auch schon wieder Richtung Hotel. Nach dem leckeren Dinner und einem kleinen "Absacker" ging es relativ früh ins Bett, denn am nächsten Tag wartete in aller Frühe das nächste Whisky-Abenteuer auf uns...
3.Tag Peated Islay-Whiskies Ein Tag auf der Welt-Whisky-Insel
... und das begann dann mit Mini-Frühstück um 5:00 Uhr morgens `gähn´! Dann ab in den Bus, den Charlie pünktlich um 6:30 Uhr an der Fähre zur "heiligen Whisky-Insel" Islay parkte. Der Islay-Tag sollte für uns wirklich das absolute TOP-Ereignis der Reise werden! Schon die ca 2 stündige Überfahrt inklusive Sonnenaufgang war ein Genuß! Nix zu sehen von einer "stürmischen Überfahrt auf die Hebriden" und den ganzen Tag sollte uns ein blauer Himmel begleiten, auch wenn uns alle "Ureinwohner" immer wieder versicherten, dass es mit "Sicherheit noch regnen werde"!
Landschaftlich geprägt von sanften Hügeln mit viel Grün und sehr dekorativ verteilten Schafen ist Islay auch ohne "Whisky-Hintergrund" eine Reise wert - auch wenn die Strassen etwas "gewöhnungsbedürftig" sind. Als Teststrecke für Federung und Stoßdämpfer aber 1A geeignet, wie uns Charlie eindrucksvoll demonstrierte!
"Whisky-technisch" ging es in die Vollen! Gleich nach unserer Ankunft auf der Insel besuchten wir CAOL ILA. Da soll doch jemand mal behauptet haben diese Distillerie gelte unter Whisky-Freunden als "seelenlos"! Zugegeben, CAOL ILA ist nicht das Schmuckstück a la BOWMORE, dass sich so super auf Fotos macht - ABER die Menschen die dort arbeiten sind alles andere als "seelenlos"! Stundenlang hätte ich unserem Guide können - dieser schottische "Singsang" ist einfach nur zu toll! Die junge Dame hat uns nicht nur mit viel Enthusiasmus durch die Produktion geführt, sondern uns auch eine Menge an Hintergrundwissen über die Islay-Whisky-Produktion im Allgemeinen und die "Familienbande" in der selben im Speziellen vermittelt. So haben wir erfahren, dass ein gewisser Jim McEwan sein Handwerk von ihrem Opa gelernt hat! WOW - ja, ja - Islay ist eben klein!
Nach dem obligatorischen (gut eingeschenktem) Dram und dem Glas als Geschenk ging es weiter zum Mittagessen auf den Hof vom KILCHOMAN, der kleinsten und jüngsten Destillerie auf Islay. Vor gut 3 Jahren in Betrieb genommen ist die erste Produktion bis auf ein paar Miniflaschen komplett ausverkauft! Na dann weiterhin viel Erfolg! Kurios - der in allen Destillerien besonders gehütete Spirit Safe mit den fetten Vorhänge-schlössern (Zoll/Steuern) stand hier sperrangelweit offen! Auf meine Frage hin, ob das denn überhaupt erlaubt sei, wurde mir mitgeteilt, dass man das machen müsse weil aufgrund der Enge der Anlage das Glas immer beschlage und man nicht sehen könne, was darin passiert! Ich glaube, dass bei vielen Experten diese Argumentation ein breites Grinsen auslöst - aber immerhin ein netter Versuch!
Der Nachmittag wurde dann zu einem echten "Hardcore-Whisky-Tripp"! Geplant war "nur" noch ein Besuch bei LAGAVULIN, aber am Ende des Tages hatten wir noch LAPHROAIG, ARDBEG und BRUCHLADDICH zusätzlich einen Besuch abgestattet und Dank unseres unermüdlichen Reiseleiters Werner konnten wir nicht nur tolle Fotos machen, sondern es stand überall ein besonderes Dram für uns bereit! Bei LAPHROAIG durften wir einen 18. Geburtstag begießen, ARDBEG ließ sich nicht lumpen und bei BRUCHLADDICH wurde uns sogar der berühmte Octomore kredenzt! BOWMORE hatte leider schon geschlossen, aber immerhin konnten wir sehr viele stimmungsvolle Fotos schiessen!
An dieser Stelle ein dickes Lob an Werner! Was er speziell an diesem Tag an "Zusatzprogramm" organisiert hatte war einfach Weltklasse! Von den zusätzlichen Spitzen Single Malts gar nicht zu reden! NOTE 1+
Der Besuch bei LAGAVULIN verdient allerdings noch eine besondere Erwähnung! Nach einer sehr guten Führung durch die Produktion (als "Bonbon" durften wir direkt aus dem Washback probieren!) erwartete uns LAGAVULIN-Urgestein Iain MacArthur in einem der Lagerhäuser, wo er uns in einem tollen Vortrag nicht nur den Newmake, sondern auch die Altersstufen 8yo, 12yo und 16yo direkt aus dem Fass (cask strenght!) in wahrhaft vollen Gläsern präsentierte. Mit jeder Aktion wurde deutlich, dass dieser Mann seit 39 Jahren bei LAGAVULIN arbeitet! Als "abschreckendes Beispiel" wie LAGAVULIN NICHT schmecken soll, durften wir aus einem der ältesten Fässer des Lagerhauses probieren! Der 43(!) Jahre alte Tropfen war einfach göttlich - hatte aber so gut wie alle LAGAVULIN-typischen Attribute verloren. Zu weich, zu rund - sagte Iain. ICH fand ihn Klasse!
Während der Ein oder Andere der Reisegruppe den "heiligen Boden" küsste, wurde mir eine Haarwäsche mit dem 16yo von Mr. Iain himself zuteil! Puh - sind die gut drauf!
Das Abendessen an Bord der Fähre wurde dann standesgemäß mit einem guten Islay Single Malt abgerundet und alleine wegen des konsumierten Whiskies konnte man diesen Islay-Tag als "gehaltvoll" und unvergesslich bezeichnen!
Nachdem die Fähre wieder am Festland angelegt hatte, wurde uns unsere ursprünglich geplante Busfahrerin Denise vorgestellt und Charlie verabschiedete sich Richtung Edinburgh! Die sporadisch auftauchenden Sprüche von der "Frau am Steuer" waren wirklich nur ein Gag, denn Denise hat uns gut und sicher überall hingebracht! Wir haben uns immer wohl gefühlt!
Kurz vor Mitternacht wieder im Hotel gab es eigentlich nur noch den Weg ins Bett!
4.Tag Blended: The Famous Grouse, Inveraray, The Trossachs und Glenturret
Heute standen etwas längere Busfahrten durch die tolle Landschaft Schottlands auf dem Programm. Ein wahrhaft atemberaubend schönes Land - Täler (Glens) , Seen (Lochs) und Burgen. Vorbei am Loch Lomond ("You take the high road...") untermalt von der Musik der schottischen Band Runrig.
Und da unser lieber Werner immer für eine Überraschung gut war, schoben wir eben noch einen außerplanmäßigen Besuch bei GLENGOYNE ein! Super, einer meiner Lieblingswhiskies - und wir bekamen die ganze Palette bis rauf zum 21yo zu probieren und konnten so standesgemäß auf den Geburtstag unserer Mitreisenden Roswitha anstossen!
Danach ging es planmäßig zum Besuch der GLENTURRET-Destillerie, wo der Blended Whiskey mit dem Moorhuhn, der Famous Grouse produziert wird. Im Gegensatz zu den bisher gesehenen Destillerien ist hier alles sehr kommerzialisiert. Aber wir bekamen einen Einblick in die Kunst des "Master-Blenders" und wissen nun welche Malts im Grouse sind!
Vorher hatten wir uns noch auf einer Schiffsfahrt auf dem wunderschönen Loch Katrine entspannt - wie gewohnt bei einem traumhaften Wetter!
Am Abend trafen wir dann in Pitlochry und in unserem neuen Hotel ein, auch hier alles in bester Ordnung - und vor allen Dingen: Typisch schottisch!
5.Tag Whisky world wide Speyside und Central Highlands
An diesem Tag stand wieder eine Menge Whisky auf dem Plan! Kein Wunder - wo, wenn nicht in Speyside gibt es so viele Destillerien? Und - endlich: Schottisches Wetter! Leichter Dauerregen begleitete uns zu unserem morgendlichen Besuch bei BLAIR ATHOL. Eintreffen um 9:00 Uhr, genau die richtige Zeit für den ersten Whisky des Tages und eine mitreißende Führung begeisterte wohl Jeden. Und, auch zum ersten Mal, bekamen wir die typischen schottischen Witze über die Engländer zu hören! Hatte ich schon vermisst. Nach einem leckerem Dram und der Bewältigung der schwierigen Aufgabe unserem Guide das Wort "Fingerspitzengefühl" zu erklären, ging es weiter durch herrliche Landschaften zur ROYAL LOCHNAGAR Destillerie in der Nähe des Sommersitzes der Queen Schloss Balmoral. Auch hier genießen wir unseren Single Malt und dann geht es weiter in die "Whisky-Hauptstadt" Dufftown wo wir mit GLENFIDDICH den Produzenten des meistverkauften Single Malts besuchen. Nachdem sich (fast) ALLE von der feudalen Ausstattung der Damentoilette (inklusive Kamin!) überzeugt hatten, konnten wir nach einer ausführlichen (diesmal ausnahmsweise auf deutsch!) Führung, die auch das berühmte Solera-Fass mit bis zu 50 Jahre alten Malts zeigte, im feudalen Clubraum die Standard-Abfüllungen 12yo, 15yo und 18yo von GLENFIDDICH genießen.
Natürlich noch ein Fotostopp bei DALWHINNIE, der am höchsten gelegenen Destillerie Schottlands - und das spürbar, es war sehr kalt!
Beim Eintreffen im Hotel stießen wir dann zum ersten Mal auf dieser super organisierten Reise auf Chaos - lag allerdings an dem proppenvollen Hotel und scheinbar zu wenig Personal! Das Abendessen verzögerte sich und so kamen wir sehr verspätet zu einem höchst interessanten Vortrag des Fachbuchautors Brian Townsend, der in hervorragenden Deutsch viele interessante Hintergründe zur Geschichte der "verlorenen und vergessenen Whisky-Destillerien" erzählte und diese auch mit einer ordentlichen Auswahl von "Proben" untermalte! Was recht schleppend begann wurde zu einem tollen Abschluss einer einmaligen Rundreise, die wohl keiner der Teilnehmer vergessen wird!
Ein letztes Pint und ein letzter Whisky in der Hotelbar, ab ins Bett und dann am nächsten Tag leider wieder Richtung Heimat - aber nicht ohne Zwischenstopp für Fotos bei EDRADOUR!
Fazit: Klasse Programm, Super engagierte und nette Reiseleitung, Top organisiert, tolle Gruppe, die mit 12 Personen genau richtig dimensioniert war!
Dank an die Busfahrer Denise und Charlie - wir haben uns wohl gefühlt!
Und wir werden mit Sicherheit wieder mit REISEKUTOUREN Richtung Schottland reisen - nur zu empfehlen!
Manuela und Uwe
Sandra und Anja
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Manuela und Uwe Grunenberg kommentierten unsere Reise "The Spirit of Scotland".