Reisebericht zur PKW-Tour im Süden Irlands

Dickes Lob für eine leider viel zu kurze Reise

Liebe Frau Bornemeier,

nach der Schottlandreise 2015 von meiner Frau Karin und mir nun ein dickes Lob für die Irlandreise in diesem Jahr. Nur eines gibt es im Nachhinein zu bemängeln: es war viel, viel zu kurz, aber das ist ja eher unser Verschulden.

Und, was wir leider mehr als genug hatten, war Regen, den wir so eigentlich eher in Schottland erwartet hatten, wo wir aber erstaunlich gutes Wetter im letzten Jahr hatten. Hm, das war es nun aber auch schon mit dem Negativen, denn trotz dem meist schlechten Wetters war es ein hervorragendes, herausragendes Urlaubserlebnis. Und das hing wie schon in Schottland nicht nur an Land und Leuten, sondern vor allem auch an der perfekten Planung von Reiserouten und Tipps für Sehenswertes, allen voran der Hotelauswahl durch Sie, Frau Bornemeier. Hierfür einen herzlichen Dank.

Los ging es in Dublin, wo wir zu Beginn der Reise eine und am Ende zwei Übernachtungen in einem sehr gut und zentral gelegen Hotel hatten. Das Hotel selbst war ein gutes Stadthotel, in der Reihe der anderen Hotels der Reise aber eher am unteren Ende anzusiedeln. Aber lange hält man sich ja sowieso nicht im Hotel auf in dieser Stadt. Was soll ich viel Worte über Dublin verlieren, als hinfahren und genießen! Vor allem Temple Bar hat es uns angetan mit seinen  unzähligen Pubs, einer schöner als der andere und fast immer mit Live-Musik. Und ich meine wirklich gute Live-Musik!

Im ersten Regen ging es dann  an die Küste nach Wicklow - vorbei an der Avoca- Wollen-Mill -  Wexfort, Waterford bis in die Nähe von Cork, wo der erste Hotel-Höhepunkt der Reise auf uns wartete. Ein Traum von einem Zimmer mit Blick aufs Meer mit einem Traum von Restaurant und Bar mit einer Lounge, die ich so bisher noch in keinem Hotel erlebt hatte. Hier einen schönen Whiskey genießen war ein Erlebnis.   

Leider hatten wir hier nur eine Nacht, und am nächsten Vormittag ging es zuerst zu Jameson nach Midleton und dann weiter nach Kerry in die Nähe von Killarney. Ein schönes kleines Städtchen als Ausgangspunkt zu Ausflügen in den Nationalpark, nach Dingle oder auch den Ring of Kerry. Für letzteren entschieden meine Frau und ich uns nach den vorzüglichen Informationen von Michael, unserem Hotelier - ein echter Kenner des Ring of Kerry - und unseres Taxifahrers vom Abend zuvor. Moses, auch dir hier ein dickes Dankeschön, für die Empfehlung des Pubs in Portmagee, wo es die besten Fisch und Chips und das beste Irish Stew der Reise gab. Und dank der Tipps von Michael, vom Ring abweichend nach Valentia Island überzusetzen (was uns zu einem wunderschönen Leuchtturm und den Cliffs of Kerry führte) und später den Ring nochmal zu verlassen und durch die Berge zurück nach Killerney zu fahren, wurde der Tag trotz schlechtem Wetters wunderschön. In den Bergen fand er dann am Ladies View, einem Aussichtspunkt mit Blick auf einige Seen im Killarney Nationalpark, wo im Regen ein Bagpiper die wenigen Anwesenden verzauberte. Das hätte kein Drehbuch besser inszenieren können.  Zum Abschluss des Tages noch an den Torc Wasserfall und dann ins Hotel, um das beste Abendessen der Reise, ich bin noch heute der Überzeugung des besten Lamms, welches ich je gegessen habe, zu genießen. Dann mussten wir uns nach nur zwei Nächten von Michael, seiner Frau und seinem Team verabschieden, unser gemeinsam gewähltes, absolutes Lieblingshotel der Irlandtour schon wieder verlassen.

Weiter ging es über Bunratty Castle in der Nähe von Limerick nach Spanish Point, einem verschlafenen kleinem Ort direkt am Meer. Am nächsten Morgen Aufbruch zu den Cliffs of Mohar, wo wir in den zwei Stunden vor Ort etwa fünf Mal Sonnenschein und Weltuntergang im Wechsel erlebten. Aber es hat sich gelohnt, nass bis auf die Knochen die Weiterfahrt anzutreten. denn es entschädigte uns Galway, eine wunderschöne, quirlige Stadt, in der wir beim nächsten Besuch Irlands bestimmt etwas mehr Zeit verbringen werden. Wir hatten aber noch den Weg nach Clifden vor uns, den wir auf Empfehlung von Ihnen nicht auf der direkten, sondern einer wunderschönen kleinen bis winzigen Straße in Angriff nahmen. 30 Minuten mal hinter einer Kuhherde herzufahren bringt doch sehr viel Entschleunigung mit sich und offenbarte großartige Blicke in die wunderschöne Landschaft. Die Fotos die wir hier machten, könnten auch aus den Road-Movies der amerikanischen Weite stammen. In Clifden wieder ein klasse Hotel, von wo es, jetzt auf Empfehlung des Hotelchefs beim Frühstück (jeder Gast hat eine kleine Flagge seines Herkunftslandes auf dem Tisch) über die Skyroad (unbeschreiblich!) nach Leenane an dem einzigen Fjord Irlands ging, wo wir im Sonnenschein eine Rundfahrt auf dem Ausflugsschiff machten.

Nun lag aber noch eine lange Strecke bis nach Tullamore vor uns, wo wir erst gegen Abend eintrafen und hier, einem Tipp von Frau Bornemeier folgend, mal indisch Essen gegangen sind. Ein kleines unscheinbares Restaurant in einem nicht sehr einladenden Hinterhof, aber mit hervorragendem Essen. Ich schließe mich dieser Empfehlung gerne an.

Nach nur einer Nacht in Tullamore ging es an Morgen zuerst - natürlich -zu Tallamore Dew und einer Besichtigung und kleinen Verkostung. Danach direkt  weiter, zurück nach Dublin. Unterwegs legten wir aber noch einen Stopp ein um uns Trim Castle anzusehen, wo, hier schließt sich der Kreis zu Schottland, 1995 der Film Braveheart gedreht wurde. Sehr sehenswertes Castle, aber um die Führung wirklich zu verstehen, muß man schon eher Einheimischer sein, der Dialekt war schon etwas schwierig zu verstehen. Nun noch Auto am Flughafen abgeben und nochmals zwei Tage Dublin genießen. Book of Kells, Trinity Collage, Guinness Storehouse und wieder Temple Bar, The Church, Bowes Pub, Porterhouse und und und…

Und, ja, zu kurz war's! Aber auch hier, wir kommen wieder!

Nochmals besten Dank, Frau Bornemeier, schöne Grüße von meiner Frau und mir und starten Sie gut in das neue Jahr. Wir sehen uns auf The Village in Nürnberg!

Es grüßt Sie herzlichst
Frank Neußinger