Zwischen Euphrat und Tigris

8-tägige Studienreise mit Besuch von Göbekli Tepe in der Südosttürkei

auf Anfrage

Älteste Monumente der Menschheit und Jahrtausendfunde in der Türkei

 

Bei einer so spannenden Kulturgeschichte erstaunt und erfreut es aber auch, dass der Südosten der Türkei noch abseits der großen Touristenströme liegt. Geographisch betrachtet bewegen wir uns im Zentrum des niederschlagsreichen Winterregengebietes des 'Fruchtbaren Halbmonds'. Mesopotamien, dessen Norden wir entdecken, gehört zu den wichtigsten kulturellen Entwicklungszentren des Alten Orients. Hier im nördlichen Zweistromland, eingebettet zwischen den Lebensadern Euphrat und Tigris, liegt im nördlichen Mesopotamien der angenommene Geburtsort des Stammvaters Abraham: Sanliurfa.

Während Archäologen Göbekli Tepe als Jahrtausendfund und älteste Kultstätte der Welt ergraben, versinken unweit davon hellenistische Städte in den Fluten des gigantischen GAP-Südostanatolienprojekts, mit dem eine Fläche in der Größe eines deutschen Bundeslandes bewässert werden soll. Umweltsünde? Politisch "heißes Eisen"? Oder ein Segen für die ländliche Bevölkerung?

Andererseits: Wo könnten Natur und Kultur eindrucksvoller im Einklang stehen als beim Sonnenuntergang am Nemrut Dag, dem als UNESCO-Welterbe geschützten Berg der Götter? Lassen Sie sich überraschen von Südostanatolien. Es ist ein faszinierendes Erlebnis, uralte Geschichte im Heute zu entdecken.

Das Besondere

  • Mit Besuch von Göbekli Tepe und Nemrut Dag
  • Intensives Erlebnis einer historisch bedeutenden Region abseits der touristischen Masse
  • Ihre Reiseleitung vermittelt Einblicke in Kulturerbe und moderne Regionalplanung
  • Bequeme Tagesetappen und Anreise mit Linienflug der Turkish Airlines nach Gaziantep
  • Sie reisen in einer spannenden Gemeinschaft interessierter Menschen oder wahlweise exklusiv als Privatreise mit Chauffeur und Guide zum Wunschtermin

Ihre Reiseerlebnisse

Diese Studienreise "Zwischen Euphrat und Tigris" ist der südliche Teil unserer Ostanatolien-Trilogie. Statt in einem großen Bogen gesamt Ostanatolien großräumig abzuhandeln, haben wir drei jeweils 8tägige Schwerpunktreisen arrangiert, die in sich thematisch abgeschlossen sind. Dieses Reisekonzept lässt Ihnen durch die kurzen Tagesetappen Zeit, diese Region sehr intensiv zu erleben. Der Reiseverlauf ist für diese Region sehr entspannt. In Katha und Sanliurfa haben wir je zwei Übernachtungen vorgesehen und die Route ist so gewählt, dass die Tagesdistanzen zwischen 80 und 200km liegen.

Es lohnt sich, genauer hinzuschauen: Unterwegs, aber auch wenn Sie mit anderen Touren vergleichen. Wir führen diese Studienreise komplett ohne organisierte Einkaufsgelegenheiten von Teppich, Gold bzw. Leder durch. Damit entfallen 'technische-notwendige' Umwege und wir konzentrieren uns auf das Wesentliche: Ihre Reisezeit optimal zu nutzen und rundum spannend zu gestalten.

1. Tag: Willkommen in Gaziantep
Mit einem Linienflug der Turkish Airlines erreichen Sie die sechstgrößte Stadt der Türkei, Gaziantep. Hier werden Sie durch die Reiseleitung begrüßt und auf dem Transfer zum Hotel begleitet.

2. Tag: Aufstrebende Großstadt und versunkene Antike
Gaziantep mit Zeugma-Museum und Fahrt nach Adiyaman/Kâtha

Gaziantep hat sich in den letzten Jahren zu einem modernen Wirtschaftszentrum entwickelt. Wir hören über die Geschichte der Zitadelle aus seldschukischer Zeit und bummeln durch den noch sehr traditionellen Basar von Gaziantep. Im Zentrum der Unternehmungen des heutigen Tages steht das überaus beeindruckende Museum mit Funden aus der im Oktober 2000 in den Fluten des gigantischen GAP-Staudammprojekts untergegangenen hellenistischen Stadt Zeugma, einst wichtiger Brückenort der Seidenstraße. Die noch kurzfristig und erst wenige Monate vor der Flutung in einer Notgrabung gesicherten Mosaike lassen ahnen, dass hier ein "zweites Pompeji" versunken ist.

Dieses Staudammprojekt ist international sehr umstritten, da den ökonomischen Vorteilen für die Türkei neben dem Verlust antiker Stätten auch große Umweltschäden gegenüber stehen. Sie werden im Verlauf der Reise sehen, dass die Felder weitflächig bewässert und grün sind. Doch liegt es auf der Hand, dass das hier genutzte Wasser andernorts fehlt. Wir verlassen nachmittags die Großstadt. Bei der Fahrt über Land fallen weitflächig Pistazienplantagen auf. Sie bieten den Rohstoff für die Spezialität Baklava, die in Gaziantep ganz besonders gut schmeckt. Gegen Abend erreichen wir Adiyaman/Kahta und beziehen unser Hotel für zwei Nächte.

3. Tag: Kommagene-Kultstätten und Berg der Götter
Arsameia, Karakus und Sonnenuntergang am Nemrut Dag

Da wir zwei Nächte im Hotel in Kahta bei Adiyaman bleiben, können wir den kompletten Tag nutzen, um die Reichtümer der Kommagene und den Berg der Götter sehr intensiv und ausführlich zu entdecken.

Arsameia am Nymphaios, das türkische Eski Kale, war einst die Sommerresidenz der kommagenischen Herrscher. Es liegt auf einem Gipfelplateau und wurde durch Antiochos I. in eine Kult- und Grabstätte (Hierothesion) für seinen Vater umgewandelt. Noch ist ungeklärt, wie genau der Zusammenhang mit einer Kultstätte für den Gott Mithras zu sehen ist. Karakus ist die Kultstätte für die weiblichen Angehörigen des Königshauses. Hier wurde ein 35m hoher Tumulus aus Schotter angefüllt. Vom deutschen Archäologen Karl Friedrich Dörner wurde hier die bisher einzige Grabkammer der Kommagene-Heiligtümer nachgewiesen.

Am Nachmittag erreichen wir den Nemrut Dag, den 2150m hohen Berg der Götter in der historischen Landschaft Kommagene. Hier wurde der Natur bereits in vorchristlicher Zeit kräftig nachgeholfen. Die Spitze des Berges wurde um 50m aufgeschüttet und birgt die Grabstätte des kommagenischen Königs Antiochos I., der in dieser spektakulären Kultanlage 38 v. Chr. bestattet wurde. Auf den ebenfalls künstlich angelegten Terrassen sind kolossale Götterfiguren aufgestellt und es ist ein beeindruckendes Erlebnis einer intensiven Verbindung von Natur und Kultur, wenn diese im sanften Licht des Sonnenuntergangs strahlen.

4. Tag: Wasser des Euphrats und Stadt des Abraham
Atatürk-Stausee und Wallfahrtsstätte Sanliurfa/Edessa

Nahezu unvorstellbare Dimensionen nimmt das GAP-Südostanatolienprojekt ein, das mit 22 Staudämmen und 19 Wasserkraftwerken eine Region in der Größe Thüringens bewässern soll. Der Atatürk-Stausee, dessen Staumauer wir sehen werden, hat etwa die Fläche des Bodensees. Die Regierung verfolgt mit diesem international stark diskutierten Regionalentwicklungsprojekt neben landwirtschaftlichen auch große wirtschaftliche und soziale Ziele.

Wir lassen uns am Nachmittag Zeit, um Sanliurfa/Edessa zu entdecken. Rund 3500 Jahre ist die Stadt alt und wird von vielen Forschern als die Wiege der Zivilisation bezeichnet. Ein Bummel durch die sehr orientalisch anmutende Altstadt ist ein unvergessliches Erlebnis. Abraham soll hier geboren sein und auf seinem Weg von Ur nach Kanaan längere Zeit hier gelebt haben. Er wird als Stammvater von Christen, Juden und Moslems gleichermaßen verehrt. Abrahams Teich mit den heiligen Karpfen sowie die Eremitage sind wichtige Stätten dieses Wallfahrtsortes, der die fünftheiligste Stätte des Islams ist. Wir besichtigen ferner die Zitadelle und den hiesigen überdachten Basar, der zu den authentischsten des Landes zählt. Die nächsten beiden Übernachtungen sind in einem Hotel im Stadtzentrum für Sie reserviert.

5. Tag: Altes Testament und älteste Kultstätte der Menschheit
Ausflug nach Harran und Göbekli Tepe

Auch der Koran kennt die altestamentliche Person Ijob/Hiob, dessen Nachrichten sprichwörtlich schlecht sind. Muslime verehren seine Leidensstätte mit dem heilenden Brunnen, die im Stadtrandbereich von Urfa liegt. Unweit von Sanliurfa fasziniert das antike Harran durch die syrischen Kultureinflüsse, die sich in Baustil und Kleidung markant ausdrücken. Die bienenkorbartigen Trulli-Häuser sind traditionell aus Stampflehm errichtet. Wir besichtigen eines davon auch von innen. Im Alten Testament wird Harran als mehrjähriger Aufenthaltsort von Abraham und seiner Sippe erwähnt, Funde belegen eine Besiedlung seit dem 3. Jtd. v. Chr.

Den Nachmittag widmen wir dem "Heiligtum auf dem Nabelberg", Göbekli Tepe, das als die älteste bisher bekannte Tempelanlage der Welt diskutiert wird. Göbekli Tepe wird seit Mitte der 1990er Jahre als Langzeitprojekt des Deutschen Archäologischen Instituts ergraben. Die Stätte wurde bekannt unter Leitung des verstorbenen Dr. Klaus Schmidt, der noch viele unserer Gruppen persönlich führte. Der Ursprung der Anlage wird auf das Ende der Altsteinzeit, in eine mehr als 12.000 Jahre vergangene Jäger- und Sammler-Kultur datiert. Auf ca. 9 ha finden sich Steinringe sowie Kalksteinpfeiler mit fein gearbeiteten Reliefs von Tieren und Piktogrammen. Diese reliefierten, bis zu sieben Metern hohen Pfeiler sind menschengestaltlich und die Verzierungen zeugen von der Bilderwelt und Religiosität der Erbauer. Schmidt geht davon aus, dass die Menschengruppen, die das Monument errichteten, gesellschaftlich sehr viel komplexer organisiert waren, als man dies für Jäger und Sammler bisher annahm. Was sie bewegte, eine solche Leistung zu vollbringen, liegt bislang im Dunkel der Geschichte.

6. Tag: Medresen, Moscheen und das Safran-Kloster
Mardin und das Deir az-Zafaran Kloster

Wir fahren am Morgen weiter nach Osten. Die Altstadt von Mardin schmiegt sich malerisch an den Hang eines steilen Felsplateaus und bietet einen herrlichen Blick auf die Mesopotamische Ebene. Der arabische Einfluss ist hier im Lebensstil und in der Architektur unverkennbar. Die aufwändig gestalteten, großen Steinhäuser der Altstadt sind mit einer beeindruckenden Ornamentik versehen und zeugen vom einstigen Reichtum der Stadt. Medresen und Moscheen mischen sich mit der Wohnbebauung, die den Berg homogen und überaus fotogen überzieht. Die Präsenz von Christen ist hier unverkennbar und drückt sich in zahlreichen Kirchen und Klöstern der Region aus. Im Bischofspalast residiert einer der Metropoliten der syrisch-orthodoxen Kirche, deren Mitglieder man Jakobiten nennt.

Wir besichtigen spätnachmittags die einige Kilometer außerhalb von Mardin gelegene jakobitische Klosteranlage Deir az-Zafaran. Die Situation der syrisch-orthodoxen Christen ist in der Türkei schwierig, da sie über den Vertrag von Lausanne 1923 nicht als geschütze Minderheit anerkannt sind. Dies ist Thema unserer vertiefenden Studienreise "Ostanatolien und Tur Abdin". Wir möchten Ihnen heute mit einem Besuch dieser Klosteranlage einen Einblick in das interessante aber auch brisante Thema geben. Die Gründung des Klosters ist mit dem Jahr 792 belegt. Es wurde mit Hilfe von Spenden ausgewanderter Christen in den letzten Jahren umfassend saniert. Wenn Sie vorhaben, an der ausführlichen Studienreise zum Tur Abdin teilzunehmen, können Sie den Nachmittag alternativ zu einem Bummel in Mardin nutzen. Vielleicht finden Sie im Basar noch eine schöne Reiseerinnerung?

7. Tag: Heimliche Hauptstadt am Tigris
Reiseende in Diyarbakir

Die Provinzhauptstadt Diyarbakir ist das Ziel unserer Studienreise. Sie liegt in fruchtbarer Landschaft am oberen Tigris und zählt zu den malerischsten und faszinierendsten Städten der Türkei. Diyabakir ist die heimliche Hauptstadt der Kurden und stark von deren Traditionen geprägt. Das Stadtbild wird von der hervorragend erhaltenen Stadtmauer aus schwarzem Basalt dominiert, die im Ursprung auf das 4. Jh. zurück geht. In den verwinkelten Gassen der Altstadt wird lebhafter Handel getrieben. Die St. Giragos Kathedrale wurde erst im Oktober 2011 nach umfassender Renovierung wieder eröffnet. 1371 erbaut, zählt sie neben der Kirche zum Heiligen Kreuz auf der Insel Akdamar im Van-See zu den bedeutendsten armenischen Kirchen der Türkei (Besuch nach örtlicher Verfügbarkeit). Diesem Thema widmen wir unsere ausführliche Studienreise "Schwarzes Meer und Türkisch Georgien", die den nördlichen Teil der Ostanatolien-Reise-Trilogie bildet. Mit einer ausführlichen Stadtbesichtigung klingt Ihre Reise hier aus.

8. Tag: Heimreise
Ihre Reise in dieser geschichtsträchtige Region zwischen Euphrat und Tigris endet heute. Sie fliegen von Diyabakir via Istanbul zurück nach Deutschland.

Kombinationsmöglichkeit "Ostanatolien-Trilogie"

Beim Reisetermin 24.05.-31.05.2016 können Sie direkt im Anschluss die Studienreise "Ostanatolien und Tur Abdin" beginnen. Wir beraten Sie gern.

So wohnen Sie

Sie wohnen in Hotels der guten bis gehobenen Mittelklasse. Die Hotels in Gaziantep, Sanliurfa, Mardin und Diyabakir haben 4-Sterne, das in Katha am Nemrut Dag 3-Sterne (Landeskategorie). Die meisten Hotels haben einen Pool bzw. Hamam. Das Abendessen wird im Hotelrestaurant i.d.R. als 3-Gang-Menü serviert.

Inklusivleistungen

  • Linienflug mit Turkish Airlines (Star Allianz-Partner der Lufthansa) von Deutschland via Istanbul nach Gaziantep und zurück von Diyarbakir via Istanbul nach Deutschland inkl. 30kg Freigepäck, Bordimbiss sowie allen Steuern und Gebühren (nur bei der Gruppenreise inklusive)
  • 7 Übernachtungen in Hotels der guten Mittelklasse (4 Sterne Landeskategorie): 1x Gaziantep, 2x Katha, 2x Sanliurfa, 1x Mardin und 1x Diyarbakir
  • 7x Halbpension (Frühstück und Abendessen)
  • Flughafentransfers und Rundreise in klimatisierten Deluxe-Reisebussen
  • Qualifizierte deutschsprachige Reiseleitung
  • Empfangsservice am Flughafen
  • Willkommensgetränk im Hotel
  • Eintrittsgelder

Termine und Preise

Aufgrund der politischen Situation bieten wir dieses Programm im Moment nicht an. Bitte lassen Sie sich in unsere Interessentenliste eintragen. Wir melden uns dann, sobald diese Region wieder bereist wird.

Wunschleistungen

  • Reiserücktrittskostenversicherung (RRV) ab EUR 46
  • Rundum-Sorglos-Schutz inkl. RRV und Krankenversicherung ab EUR 69

Bitte beachten Sie

  • Diese Studienreise enthält KEINE organisierten Einkaufsgelegenheiten von Teppich, Gold bzw. Leder.
  • Bitte sehen Sie Schuhe mit rutschfester Sohle vor. Im Bereich der Grabungen und beim ca. 30minütigen, steilen Auf- und Abstieg am Nemrut Dag sind die Wege steinig.
  • Mindestteilnehmerzahl bei der Gruppenreise je Termin 12 Personen. Bei Nicht-Erreichen dieser Teilnehmerzahl können wir die Reise bis zum 30. Tag vor jeweiligem Reisebeginn absagen.
  • Für die Einreise benötigen Sie als deutsche(r) Staatsbürger(in) einen gültigen Reisepass bzw. Personalausweis
  • Unsere Reisebedingungen finden Sie online im Bereich 'Reiseservice'. Gerne senden wir sie Ihnen auch zu.
  • (Witterungsbedingte) Änderungen des Rundreiseverlaufs sind vorbehalten.
  • Titelbild Fotolia_903230_M_© JK - Fotolia.com / Aufnahme vom Nemrut Dag
  • Fachprogramm © REISEKULTOUREN GmbH Dr. Birgit Bornemeier