Whiskytour Highlands und Orkney

Dankeschön und Reisebericht zur Minigruppenreise im September 2015

Nicht zum ersten Mal machten wir schon im Vorfeld dieser Reise die Erfahrung dass „Reisekultouren“ in jeder Hinsicht etwas Besonderes ist. Das betrifft nicht nur die Auswahl der Ziele und die Organisation der Reise sondern auch die Bewältigung gewissermaßen unerwarteter Schwierigkeiten. Nachdem wir im Frühjahr 2015 schon allerbeste Erfahrungen mit einer von Reisekultouren organisierten Individualtour durch Islay gemacht hatten, stand für uns fest, dass wir bezüglich Whiskyreisen durch Schottland keinerlei Experimente mit anderen Agenturen machen werden. Wir buchten also die „Whiskytour Highlands und Orkney“, weil wir vom äußeren Norden Schottlands noch gar nichts gesehen hatten – und dies trotz skeptischer Warnungen aus dem Freundeskreis (teils in Schottland lebend) vor den dort oft heftigen Windstärken und Wetterlaunen. Aber es gibt ja kein schlechtes Wetter sondern nur ungeeignete Kleidung…. Schlechtes Wetter ? Alles andere als das ! Als wir in Edinburgh aus dem Flugzeug stiegen, lachte uns die Sonne vom Himmel entgegen. Noch zwei Sonnen mehr lachten uns entgegen als wir von unserer Reiseleitung Conny und einem weiteren, schon früher eingetroffenen Mitreisenden aus Hamburg am Airport begrüßt wurden. Gleich zu Anfang zeigte sich, dass Conny mit liebevollen aber festen Zügeln ihre kleine Reisegruppe dem Ziel entgegenführt (als erstes der am Flughafen geparkte Transportwagen, der schließlich trotz unerwarteter Größe unserer Koffer geeignet beladen werden konnte). Dass Conny aber vor allem eine versierte Schottlandkennerin ist, die uns nicht nur zu den „geplanten“ Tageszielen führte sondern uns auch viele Geheimtipps und Informationen zum Land, zur Historie, zu politischen Hintergründen etc vermittelte, die man in einer üblichen Reisegruppe vielleicht nicht bekommt, sollte sich auch bald zeigen. Und dass aus den Mitgliedern unserer Gruppe geschätzte Gesprächspartner und Freunde wurden, die auch zusammen viel zu lachen hatten, war ein Geschenk. Schon an der Tatsache, dass ich mittlerweile etliche Zeilen geschrieben habe, noch ohne etwas zu unseren eigentlichen Reiseerlebnissen zu erzählen, zeigt, dass diese Reise für uns immer etwas Besonderes bleiben wird.

 

Aber jetzt zu unseren Erfahrungen und Erlebnissen während der Tour: Schon gut zwei Stunden nach unserer Ankunft in Edinburgh besuchten wir die erste Destillerie – Tullibardine. Auf dem Weg dorthin waren wir zwar noch etwas schläfrig, immerhin waren wir ja schon am frühen Morgen von zuhause aufgebrochen. Aber die Müdigkeit war beim Aussteigen aus dem Auto wie weggeblasen. Eine relativ leichte Brise wehte uns um die Nase, die Sonne schien und das erste Tasting winkte. Wer jetzt glaubt, dass wir nach dem Besuch von acht Destillerien in Islay ein halbes Jahr zuvor doch den Prozess der Whiskyherstellung schon so ausgiebig kennen mussten, dass die Führung durch weitere Destillerien langweilig gewesen sein muss, hat sich getäuscht. Um es gleich vorweg zu nehmen, wir erfuhren in jeder der elf Destillerien, die wir auf dieser Tour durch die Highlands und Orkney besuchten, etwas Neues, lernten hinzu und konnten nachempfinden, warum Whisky nicht gleich Whisky ist, sondern Geheimnis, Erfahrung, Zuneigung, Besonderheit, Leidenschaft……. Natürlich endete die Tour durch Tullibardine nach dem Tasting mit dem Kauf unserer ersten „Trophäe“. Und wir freuten uns schon im Voraus, unserer langsam aber sicher wachsenden Sammlung von Whiskyraritäten Neues hinzuzufügen. Unser Ziel war nämlich, möglichst nur Flaschen mit nach Hause zu nehmen, die wir in Deutschland gar nicht kaufen können, die es nur in der jeweiligen Destillerie zu haben gab oder die zumindest hier nicht für jedermann zu haben ist. Und diesbezüglich wurden wir nie enttäuscht. Die Erfahrung, dass es in Tullibardine nicht nur guten Whisky sondern auch ein sehr interessantes Bier zu kaufen gibt, verdanken wir – na wem schon? – natürlich unserer Conny. Beschwingt vom ersten Tasting ging es dann zu unserer letzten Etappe des ersten Tages, zum Hotel. Und das Thema „Hotel“ ist eine weitere Besonderheit bei Reisekultouren. Wir waren nie in Häusern untergebracht, die unpersönlichen „Service von der Stange“ leisteten. Die Agentur bemüht sich offensichtlich stets, uns am Charme älterer Häuser, in denen man aber Komfort nicht vermisst, teilhaben zu lassen. Dafür verzichtet man gerne auf Lifts, auch wenn schwerere Koffer ins Obergeschoss getragen werden müssen. Als großes Plus hatten wir auch empfunden, dass wir unser Abendessen individuell aussuchen konnten und nicht an ein Menü gebunden waren, was ja bei organisierten Touren oft der Fall ist. Dass wir nach der Anreise eine ruhige Nacht verbringen konnten, war durch die ruhige Lage des Hotels inmitten eines Parks garantiert.

 

Obwohl das Programm am zweiten Tag recht straff war, der Besuch von drei Destillerien und eine ordentliche Fahrstrecke stand an, fand Conny immer Zeit, um an besonders schönen Fotostopps kurz anzuhalten, uns mit interessanten Details zu versorgen und trotzdem immer pünktlich anzukommen. Die Führung durch die erste Destillerie des Tages – Dalmore – und vor allem das nachfolgende Tasting werden uns für immer im Gedächtnis bleiben. Shauna, die Destillery Ambassador, ist eine wahre Botschafterin ihres Hauses. Sie erklärte sehr viel, ohne dass wir uns je belehrt fühlten, das Zuhören war genauso ein Genuss, wie das nachfolgende Probieren. Man merkte ihr an, dass sie den Whisky „lebt“ (sic!). Die Überraschung, die mich fast zu Tränen gerührt hat und es jetzt beim Schreiben auch noch tut, kam am Schluss. Wir hatten schon einige Raritäten probiert, als sie uns Gelegenheit gab, eine 25 Jahre alte, wirklich wertvolle Abfüllung zu probieren (Flasche wurde neu für uns geöffnet), als Geschenk zum 25. Geburtstag meines Sohnes. Das sind Augenblicke, die nicht wiederholt werden können, die ich bestimmt auch nie vergessen werde. Selbst jetzt beim Schreiben sehe ich diese Bilder noch vor mir. Zudem wurde uns die Ehre zuteil, einen Whiskyschrank in Shauna’s Arbeitszimmer besichtigen zu dürfen, der für eine Million Pfund zum Verkauf steht und unter anderem ein von Master Distiller Richard Paterson handgeschriebenes Buch beherbergt sowie alles, was ein Whiskygenießer braucht. In der nächsten Destillerie, Glenmorangie, ging es deutlich betriebsamer zu. Dennoch nahm sich unsere Guide durch die Anlagen die Zeit, alle Fragen zu beantworten und half uns auch bei unserer Suche nach Raritäten, ja bot uns über die Dimension des vereinbarten Tastings hinaus kleine Proben an, damit wir nicht die „Katze im Sack“ kaufen mussten. Der Destillery Shop von Glenmorangie ist meiner Ansicht nach ein kleiner Geheimtipp insofern, als dort auch sehr interessante Bücher zur Geschichte des Landes, zu Symbolen der Pikten, und natürlich zum Whisky selbst angeboten werden. Von der Dimension her am anderen Ende der Skala fanden wir uns in der letzten Destillerie des Tages, Balblair, wieder. Dort ging es sehr ruhig zu. Während einer kleinen aber feinen Führung durch die Anlage bekamen wir erstmals detaillierter erklärt, wie man in einem so traditionsreichen Handwerk wie dem Destillieren von Whisky auch Computer breit einsetzen kann, ohne dass das Flair verloren geht. Gerade mit diesem Thema scheinen sehr viele Destillerien sehr konservativ umzugehen, was aus meiner Sicht jedoch keineswegs ein Nachteil ist sondern die Individualität des Gewerbes unterstreicht. Am Ende des zweiten Tages nach etlichen Proben waren wir Conny so richtig dankbar, dass wir uns nur ins Auto setzen mussten und überall hingefahren wurden. Jeder konnte auf diese Weise ausgiebig genießen, ohne sich Sorgen um die Weiterfahrt zu machen. Das Hotel in Brora, das wir am frühen Abend ansteuerten, empfing uns so, wie ich es mir von einem alten Herrensitz auf der Insel mit sämtlichen Klischees vorgestellt habe: Offener Kamin, viele gemütliche Sitzecken, unaufdringlicher, aber sehr aufmerksamer Service. Schließlich kann man nicht in jedem Hotel gemütlich in der Sitzecke bei einem ersten Glas Bier oder Wein in aller Ruhe aussuchen, was man später im Speiseraum essen möchte. Auch Sonderwünsche beim Frühstück bereiteten kein Problem.

 

Am dritten Tag war ebenfalls Kontrastprogramm bei den Destillerien angesagt. In Clynelish erwartete uns nicht nur eine Tourguide, die alles hervorragend erklärte und unter deren kundiger Anleitung wir sogar im ersten Anlauf eine ansehnliche Menge Whisky selbst aus dem Fass in eine Flasche füllen konnten (diese Übung war uns aus einer Destillerie in Islay noch in „leidvoller“ Erinnerung, als wir entweder nahezu nichts in der Abfüllpipette hatten oder den wertvollen Stoff teilweise aus der Pipette verloren) , sondern auch eine kleine Zeitreise zurück auf dem Gelände der alten Brora-Destillerie mit den alten Warehouses sowie ein Tasting, das unter anderem zwei  Fassproben einschloss. Natürlich wurden wir auch hier auf der Suche nach Besonderheiten für unsere private Sammlung fündig, so fündig sogar, dass wir kurzerhand unseren Vorsatz, aus jeder Destillerie nur eine Flasche mitzunehmen, erneut über Bord warfen und zwei kauften. Das hatten wir auch in Dalmore schon getan – aber schließlich drohte ja noch der Heimflug mit begrenzter Gepäckkapazität. Und aus unserer Erfahrung von Islay her wussten wir, dass angesichts der wunderbaren Destillate – wobei wir oft auch vor dem Kauf intensiv diskutieren mussten, da die Auffassungen von wunderbar durchaus unterschiedlich waren – ein gewisser Kontrollverlust wahrscheinlich ist. Dass Old Pulteney zum „Pflichtprogramm“ gehört, war angesichts des Rufs dieser Destillerie klar. Der Start zu dieser Führung war mit kleinen Hindernissen gepflastert, da der Manager, der sie eigentlich führen sollte, gerade verreist war. Seine Vertretung tat ihr Bestes und das Sahnehäubchen, nämlich ein Tasting von sechs Abfüllungen, entschädigte uns auch für die Wartezeit am Anfang. In Old Pulteney bestand zudem die Möglichkeit, eine Flasche vor Ort selbst aus dem Fass abzufüllen, mit Wachs zu versiegeln und zu beschriften. Leidtragende kleinerer Verzögerungen war im Grunde Conny, weil sie immer ein Auge auf den Zeitplan haben musste, was sie jedoch souverän handhabte. Die letzte Destillerie, die wir an diesem Tag besuchten, war Wolfburn, nahe dem Fährhafen, von dem wir später Richtung Orkney ablegen sollten. Wolfburn hat erst im Januar 2013 mit dem Destillieren begonnen, sodass der erste Dreijährige im Januar 2016 zu haben sein wird. Die Besichtigung dieser Destillerie war in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. Erstens wird sie nicht jedem zugänglich gemacht, ein Appointment bekommt man nur über spezielle Verbindungen – in unserem Fall arrangiert von Reisekultouren. Zweitens konnten wir hier erstmals eine sehr kleine Destillerie besichtigen, die nicht 24 Stunden sieben Tage in der Woche in Betrieb ist. An unserem Besuchstag wurde gerade nicht destilliert. So konnten wir erstmals einen Blick in das Innere von leeren Wash und Spirit Stills werfen, wohl eines der best gehüteten Geheimnisse jeder Destillerie. Drittens bekamen wir hier unmittelbaren Einblick, wie gut sich doch die wirtschaftliche Führung eines rentablen Betriebs mit wenig Beschäftigten mit einer offenbar sehr angenehmen Work-Life-Balance vereinbaren lässt.  Und viertens konnten wir hier zum ersten Mal den First Spirit und ein Glas des Destillats aus 2013 probieren, beides nirgendwo für Geld zu kaufen. Wir hoffen, dass diese Destillerie ihren liebenswerten Charakter und ihre Eigenständigkeit gegenüber den Marktriesen in der Zukunft bewahren kann. Das Potential des 2013 destillierten Whiskys ist jedenfalls sehr vielversprechend. Die nachfolgende Fährüberfahrt nach Orkney war wider Erwarten so ruhig, dass empfindliche Zeitgenossen wie ich diesmal gar keine Prophylaxe gegen Seekrankheit hätten durchführen müssen. Leider war die Anfahrt zum Hotel nicht mehr bei Tageslicht zu schaffen, sodass wir unsere ersten intensiveren visuellen Eindrücke von der Insel erst am Tag darauf bekamen. Dafür entschädigte uns jedoch der visuelle Eindruck von der Whiskybar unseres Hotels, die wir nach dem Abendessen natürlich auch einem Test unterzogen. In der umfangreichen Sammlung, die schätzungsweise mehr als 1000 Flaschen umfasste und in der wir etliche entdeckten, die wir inzwischen auch unser eigen nennen durften, fiel die Auswahl, womit wir den Abend beschließen, ganz schön schwer. Während mein Sohn den diplomatischen Weg ging und sich für ein gegendtypisches Bier entschied, suchte ich mir einen Port Charlotte aus, den ich auch auf Islay noch nicht bekommen hatte.

 

Der vierte Tag begrüßte uns mit viel Wind und strahlendem Sonnenschein. Die Destillerien Highland Park und Scapa waren an diesem Tag nur ein Teil des Programms. In Highland Park erkannten wir den guten alten Kiln wieder, der uns in Islay in jeder Destillerie begegnet war. Wir fühlten uns fast wie bei einer beseelten Predigt, als unser Tour Guide die Besonderheiten des Torfs erklärte, der in Highland Park neben einer besonderen Art von Kohle zum Befeuern des Kilns verwendet wird. Als unser Tour Guide beim abschließenden Tasting sah, wie neugierig wir über das Limit unseres Tastings hinaus waren, durften wir sogar noch einen älteren, zur aktuellen Probe eigentlich gar nicht vorgesehenen Whisky probieren – eine Flasche davon steht jetzt in unserer Sammlung. Ein Rätsel konnten wir nach gründlicher Durchforstung des Destillerieshops von Highland Park allerdings nicht lösen: In einer besonderen Vitrine standen vier Destillate, die den Asen gewidmet waren. Hell und irgendwie heiter beschriftet und verpackt waren Thor, Freya und Loki; Odin war dunkel, warum nicht Loki ? Sollten wir einem Klischee erlegen sein ? Die „Ernte“ nach der Besichtigung von Scapa musste sich auf den 16jährigen beschränken, da alles andere ausverkauft war.  Das hinderte uns allerdings nicht daran, den Scapa-Bestand bei Judith Glue in Kirkwall zu erweitern. Nach Auskunft unseres Tour Guide waren in diesem Geschäft noch letzte drei Flaschen des 25jährigen verfügbar. Da „25“ auf dieser Reise etwas Spezielles für uns war, wollten wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Und dank Conny endete der Besuch in Kirkwall nicht nur mit einer Invasion des Ladens („Judith Glue“) sondern mit einer ganz besonderen Lunchpause im hinteren Bereich des Ladens, der wie ein kleines gemütliches Café gestaltet war. Man konnte beim Zubereiten der georderten Mahlzeiten über die Theke hinweg teilweise zuschauen, das frische selbst gebackene Brot schmeckte hervorragend und die Karte bot für jeden Geschmack etwas, von Krebsfleisch bis frische selbst gemachte Hamburger. Der zugehörige Laden animiert förmlich zum Stöbern (auf Orkney gefertigter erschwinglicher Schmuck, Kleidungsstücke und Taschen aus Wollstoffen etc)…..aber Gott sei Dank hatten wir Conny, die uns, vorm allem mich, immer wieder in die Realität der Zeit zurückholte. Von ihr bekamen wir in der Kürze der Zeit, die uns in Kirkwall noch zur Verfügung stand, ein Maximum an Information zur St. Magnus-Kathedrale und schon ging’s weiter Richtung Scapa Flow, Italian Chapel, Skara Brae, Ring of Brodgar, Stones of Stennes. Alle diese Haltepunkte waren für mich etwas Einzigartiges. Dieses Einzigartige lässt sich gar nicht adäquat in Bildern festhalten, weil sie das Herz und die Seele eines jeden, der dorthin kommt in anderer Art und Weise berühren. Die Informationen, die man sich aus dem Internet holen kann, möchte und brauche ich hier nicht zu wiederholen. Die inneren Fäden muss jeder für sich selber knüpfen. Meine inneren Fäden haben sich insbesondere mit der italienischen Kapelle und deren menschlicher Geschichte sowie mit der eigenartigen Mystik verknüpft, die über dem Ring of Brodgar in der windumtosten Dämmerung lag. Am Abend des vierten Tages mussten wir ja noch die Fähre für die Rückfahrt entern. Dankenswerterweise waren Kabinen an Bord für uns gebucht worden, sodass wir nicht zu nachtschlafener Zeit aus den Betten mussten, um rechtzeitig am frühen Morgen des nächsten Tages an der Ablegestelle zu sein. Das bescherte uns nach dem Abstellen des Autos noch ein sehr genussreiches Abendessen im Stromness Hotel, das beim Betreten des Treppenaufgangs zum Restaurant zwar einen etwas dekadenten Eindruck machte, aber den Gaumen verwöhnte.

 

Im Gegensatz zur Hinfahrt war die Rückfahrt mit der Fähre deutlich bewegter – aber das hinderte mich dank der prophylaktischen Einnahme von Zintona (ein reines Ingwerpräparat, gegen Seekrankheit entwickelt) nicht daran, ein reichliches Frühstück zu mir zu nehmen, das ebenfalls schon von der Agentur gebucht war. Bequemlichkeit pur war nicht nur in dieser Hinsicht gegeben sondern auch dank der weisen und vorausschauenden Ratschläge von Conny, die uns empfohlen hatte, die großen Koffer besser nicht in eine Zweierkabine mitzunehmen, sondern nur das, was wir für unseren Komfort wirklich brauchten. Platzprobleme gab es deshalb in der Schiffskabine nicht. Auch auf der Rückfahrt profitierten wir wieder, zum Beispiel in Ullapool, von Conny’s Tipps (Fish und Chips sind eben nicht gleich Fish und Chips……). Was uns schließlich in der Loch Ewe Destillerie erwartete, verschlug mir dann doch die Sprache. Auch Conny hatte kein  Sterbenswörtchen vorweg verraten und ich werde es ebenfalls nicht tun, Geheimnisse und Überraschungen müssen sein…… Nur so viel: Neugierige Genießer mit ausgeprägtem Spieltrieb und Sinn  fürs Schräge kommen dort auf ihre Kosten. Uns hat die Neugier meines Sohnes eine Startausrüstung zum Home Destilling beschert. Wenn er den ersten Dreijährigen releast, kann ich ja wieder berichten…… Unsere Unterkunft für die Nacht, das Old Inn, ist, wie uns Conny verriet, einer ihrer Lieblingsplätze. Nach dem Abendessen dort, bei dem wir so viel gelacht haben, wie schon lange nicht mehr, kann ich auch verstehen warum. Die  Führung in der letzten Destillerie, die wir besichtigten, Glen Ord, reihe ich ganz persönlich neben Dalmore (natürlich !) und Clynelish unter die drei besten ein, die wir bekamen. Vorsicht ist hier beim Betreten des Destillerieshops geboten, er verführt zu ausgiebigem Einkaufen nicht nur von Whisky. Als wir die Destillerie verließen, stand außer der Rückfahrt nur noch „Mittagsimbiss im Fiddler’s Pub in Drumnadrochit auf dem Programm. „Nur noch“ ist allerdings heftig untertrieben. Unter kundigen Erläuterungen des Besitzers und begleitet durch Suppe und Sandwiches, die wirklich keinen mehr hungrig ließen, durften wir weitere Whiskys probieren, abseits der Destilleriespur. Man merkte, dass das Fiddler’s Pub mit Leidenschaft und authentischem Stil geführt wird und das trotz der Touristenflut zu und von Nessie. Die Rückfahrt nach Edinburgh wurde uns dann noch durch einen Regenbogen versüßt, während sich schon schön langsam Abschiedsschmerz breit machte. Conny lieferte uns im Hotel in Edinburgh ab, checkte uns ein, wir mussten uns wirklich um nichts kümmern. Nachdem sich Conny verabschiedet hatte, blieb uns noch reichlich Zeit für einen Gang zur Royal Mile und ein gemütliches Abendessen bei Retro-Musik.

 

Danke Conny, danke Reisekultouren, danke Schottland für die ausschließlich freundlichen und offenen Begegnungen und Erfahrungen, die Du uns ermöglicht hast und danke an alle Mitreisenden für das wunderbare Gruppenfeeling. Ich glaube, es wird kein Jahr vergehen und wir kommen wieder.

 

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Der Reisebericht bezieht sich auf unsere "Whiskytour Highlands und Orkney", die wir 1-2x pro Jahr als Zubucherreise in eine Minigruppe von maximal 8 Gästen anbieten.