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Gestapelte Whiskyfässer liegen bei Bunnahabhain auf Islay vor der Kulisse der Berge Paps of Jura.

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Internationale Tourismusbörse Berlin 2023

Wann gibt’s mal endlich wieder Urlaub? Urlaub, wie er früher einmal war?

Nach drei Jahren Covid-Pause gab es sie wieder, die ITB, die Internationale Tourismus Börse Berlin, die weltweit größte Reisemesse. Vor 35 Jahren war ich erstmals auf der ITB, dann mit sehr wenigen Lücken fast jährlich. Hier werden Verträge besprochen, Geschäftspartner und -freunde getroffen, hier bekomme ich ein Feeling für die Trends der nächsten Jahre.

Eindrücke von der ITB 2023

Die Tourismusbranche hätte dieses Jahr durchaus noch Gründe gehabt für eine gedrückte Stimmung auf ihrer führenden Messe. Vorweggenommen: Dem war nicht so. Tourismus ist eine Branche, die ganz wesentlich von der Passion der Akteure lebt. Tourismus ist viel mehr als ein all-inclusive Jahresurlaub im Strandresort. Tourismus ist Interaktion. Tourismus lebt von Menschen. Im Tourismus entstehen – wie in wenigen anderen Branchen – Erlebnisse, die oft lebenslang prägen. Tourismus wird zunehmend technischer. Wie passt das zusammen? Und wo stehen wir nach drei Jahren Pandemie mit Pleiten, Pech und Pannen die das Zeug hatten, uns TouristikerInnen den letzten Nerv zu rauben?

Die Pandemie hat viel verändert und wirkt nach.

Auch wenn die Presse gerade von Rekordumsätzen der Lufthansa berichtet, gefühlt jeder wie immer reist und die Umsätze mittlerweile auf vor-Covid-Niveau sein sollen: Rund läuft es hinter den Kulissen der Tourismusindustrie noch nicht wieder. In der praktischen Arbeit hakt es noch und das kostet Zeit und viel Geduld. Kapazitätsengpässe und restriktive Buchungskonditionen waren daher wichtige Themen der Messe, die dieses Jahr um die Publikumstage reduziert als reine Fachmesse stattfand. Personalengpässe sind eine Herausforderung. 25% der irischen Bettenkapazität wird für Flüchtlinge aus der Ukraine genutzt. Auch der Schock des Erdbebens in der Türkei bewegt: Bundle Crisis ist der Fachbegriff für ein fast surreal dichtes Konglomerat von ernsten Problemen, die unsere Branche direkt beeinflussen.

Wird das Reisen zu einem Privileg der Reichen?

Auch wenn die Umsätze bei einigen Anbietern wieder normal sind, die Zahl der Buchenden ist noch unter Vor-Covid-Niveau. Bei den Allrounder sieht es ganz gut aus, doch die Spezialveranstalter liegen noch gut 40% zurück. Weniger Buchende aber zurück auf den alten Umsätzen = die Reisepreise sind gestiegen. Bleibt das so und wer wird sich Reisen weiterhin leisten können? Fragen, die bewegen. Nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht der jeweiligen Akteure im Tourismus, sondern auch unter sozialen Gesichtspunkten.

Die Großen werden immer größer.

Die Top 10 Veranstalter Deutschlands bündeln mittlerweile 86% des Umsatzes auf sich. 2019 waren es noch 78%. Der Rest verteilt sich auf Spezialisten. Das wurde in einer Studie von Travel Data + Analytics vorgestellt, aus der diese Zahlen stammen. Der Marktanteil der Spezialisten ist stark gesunken. Gerade die Spezialisten sind es, die die Reisewelt bunt machen. Sie bieten Erlebnisse, die zu organisieren sich für die Großen nicht lohnt. Sie kennen sich dort aus, wo den Großen die Expertise fehlt.

Nach wie vor ist die Pauschalreise die sicherste Reiseform.

Bei der Pauschalreise haben Kunden einen Ansprechpartner für alle Leistungen. Ein Vertragspartner für alles. Pauschalreisen stehen für das Kennenlernen von Neuem. Sie stehen für hohe Qualität und die Sicherheit, dass alles zuverlässig so abläuft, wie es geplant ist. Je komplexer Pauschalreisen sind, desto komplizierter ist es in der aktuellen Situation für einen Veranstalter, diese Organisation zu leisten. Unser Aufwand in der Buchungsbearbeitung ist in den letzten drei Jahren aus diversen Gründen deutlich gestiegen. KollegInnen bei anderen Veranstaltern bestätigten dies.

Klassische Reiseveranstalter bekommen immer mehr Druck von high reach Plattformen.

Reiseveranstalter sind verpflichtet, spezielle teure Versicherungen abzuschließen, die Kundengelder und Haftung absichern. Grundsätzlich müssen high reach Buchungsplattformen wie z.B. booking.com, Expedia & Co. beim Verkauf von zwei Reiseteilleistungen innerhalb von 24 Stunden dem Kunden ebenfalls Sicherungsscheine für Pauschalreisen bzw. verbundene Reiseleitungen ausstellen. Fehlen gesetzlich vorgeschriebene Versicherungsleistungen, geht das zu Lasten der Sicherheit des Verbrauchers. Eine Novellierung des Pauschalreiserechts steht bevor. Damit sollen u.a. Schlupflöcher geschlossen werden, die im Online-Verkauf durch technische Tricks ausgenutzt werden.

Es wird sehr schnell sehr viel technischer.

Die vergangenen drei Jahre haben den Wandel im Tourismus massiv beschleunigt. Die Großen stellen sich zunehmend automatisiert auf, um zeitgemäß zu agieren aber auch um Kosten zu senken und damit Personalengpässe abzufangen. Nach den letzten drei Jahren gibt es wenig Nachwuchs, der sich für einen Job im Tourismus begeistert.

Noch fehlen 30% der Reisenden, da sie in dieser „Bundle Crisis“ mit Buchungen zurückhaltend sind.

Ich habe mich sehr gefreut in einem Fachvortrag zu hören, dass die Branche uns kleine Spezialisten braucht. Wir Kleinen, im persönlichen Kontakt arbeitenden Veranstalter können diesen Menschen wieder Vertrauen in das Reisen vermittelt – face to face. Wir haben spezielle Kenntnis der Situation im Zielgebiet und das, was unsere Branche auszeichnet: Wir schaffen Vertrauen und begeistern für Erlebnisse und Erfahrungen, die das Leben derer bereichern werden, die reisen.

Wo geht die Reise hin?

Das war für mich auf dem Weg zur ITB dieses Jahr keine Frage nach Destinationen. Es war eine Frage nach Perspektiven. Ich fuhr mit dem guten Gefühl heim, dass trotz der im Moment immer noch außergewöhnlich hohen Belastung die „Passion“ unter den KollegInnen immer noch da ist. Diese leidenschaftliche Begeisterungsfähigkeit zeichnet unsere Branche aus und macht sie zu etwas Besonderem. Der Tourismus hat in vielen Bereichen seine Route verändert. Hier und da hakt es noch hinter den Kulissen und das wird uns diese Saison bestimmt noch weiter beschäftigen. Aber die Branche sprüht wieder vor Ideen und damit sind wir auf einem guten Weg.

 

Datenbasis:
Quelle: TDA Buchungstrends 2023, Onlinebefragung / Repräsentativ für die deutsche Bevölkerung mit Onlinezugang (n=2000) Befragungszeitraum 02/2023.

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